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(vokus. volkskundlich-kulturwissenschaftliche schriften. heft 2, 2002. herausgeber: hamburger gesellschaft für volkskunde c/o institut für volkskunde)
Karin Hesse-Lehmann
Die Imam Ali Moschee an der Hamburger Außenalster. Ihr Einfluss auf das interkulturelle Zusammenleben. Ein Forschungsbericht
Seit Oktober 2001 läuft am Hamburger Volkskunde-Institut unter der Leitung von Professor Thomas Hengartner ein Projekt der Deutschen Forschungsgemeinschaft.1 Aus diesem Projekt werde ich berichten. Es geht darin um die Erforschung von »religiösen Institutionen und volksreligiöser Praxis von Iranern in Hamburg im Vergleich zu Studien in London und Los Angeles«. Ich arbeite zusammen mit Indre Andrea Monjezi-Brown (studentische Mitarbeiterin). Das Projekt ist von Anfang an so konzipiert, dass besonders in Zusammenarbeit mit Dr. Kathryn Spellman (Universität Sussex/Universität London) ein länderübergreifender Vergleich auf der Basis empirischer Untersuchungen geleistet werden soll. Die Voraussetzung dazu ergibt sich aus zwei Tatbeständen:
1. Die Städte London und Hamburg sind in den beiden Ländern England und Deutschland die Zentren der Iraner. So gibt es in London ca. 35.000 Iraner und Iranerinnen (von insgesamt 75.000 in England) und in Hamburg rechnet man mit ca. 18.000 Personen iranischer Herkunft, von denen etwa 6.000 inzwischen durch die politischen Entwicklungen der letzten Jahre über zwei Pässe verfügen. Deshalb sind sie nicht mehr in der Ausländerstatistik2 repräsentiert. Die Zahl der in Deutschland lebenden Iraner wird auf etwa 120.000 geschätzt. Zudem hat in beiden Städten die Anwesenheit der Iraner ihre Tradition. Für Hamburg trifft zu, dass es hier kontinuierlich bereits seit Ausgang des 18. Jahrhunderts eine iranische Händlerkolonie gibt. Und bereits seit Beginn des 19. Jahrhunderts werden Iraner zum Medizinstudium nach England geschickt.
2. In Hamburg und London sind von Kathryn Spellman und mir bereits standortbezogene Untersuchungen über Iraner durchgeführt worden. Kathryn Spellmans Dissertation »Religion, Nation and Identity. Iranians in London« aus dem Jahr 2000 bezieht sich primär auf die religiösen Wertvorstellungen und die religiöse Praxis der schiitischen Londoner Iraner-Population. Weitere Beobachtungen gelten christlichen Konvertiten schiitischer Herkunft. Meine eigene Dissertation wurde 1993 unter dem Titel: »Iraner in Hamburg. Verhaltensmuster im Kulturkontakt« veröffentlicht.
Im Mittelpunkt des Projekts steht die Frage nach der Bedeutung religiöser Einrichtungen für die hiesige iranische Bevölkerung und nach der Funktion dieser Einrichtungen für den interkulturellen Austausch mit den Hamburger politischen und gesellschaftlich-kulturellen Institutionen (z. B. Kirchen). Die Imam Ali Moschee ist keine selbständige Einheit, sondern ein Teil des Islamischen Zentrums Hamburg e. V. (IZH). Dieses ist als eingetragener Verein seit dem 18.12.1962 im Hamburger Vereinsregister präsent. Die Satzung schreibt vor, dass der Leiter des Zentrums ein ausgewiesener iranischer Theologe ist. Die Besetzung dieses Amtes erfolgt stets von Iran aus. Das Islamische Zentrum Hamburg findet seit Dezember 1995 im Islamic Centre of England in London seine Entsprechung.
In Kooperation mit Frau Spellman untersuchen wir in Hamburg zudem die sozial-religiösen Funktionen eines wichtigen schiitischen Brauchkomplexes, eines »Gelübde-Essens« (sofreh) unter Frauen. Umrahmt von Gebeten, Koranzitaten und Segenswünschen werden Bitten (niáz) an besonders »segensreiche« Personen aus dem familiären Umfeld des Propheten gerichtet. Werden diese Wünsche erhört, wird ein Gelübde eingelöst und zu seiner bzw. ihrer Ehre findet das religiös-zentrierte Kultessen statt. Eine in London wie in Hamburg gestellte Frage lautet hier: Wirkt das religiös und politisch motivierte Umfeld der Moschee oder des Konsulats in Hamburg bzw. der Botschaft in London ins häuslich praktizierte Brauchgeschehen ein (etwa durch professionelle in Iran aus- oder fortgebildete Koran- bzw. Gebets-Rezitatorinnen)?
Über die Moschee hinaus werden Interaktionen im relativ eigenständigen Milieu der Schule des Islamischen Sufismus (Maktabe Tarighate Oveyssi Shahmaghsoudi M.T.O.) und der zum Christentum konvertierten Muslime untersucht. In Hamburg gibt es drei (von 20 in Deutschland) »Persischsprechende Christengemeinden«. Sie sind Teil einer religiösen Gruppierung der aus Amerika kommenden Bewegung der Evangelikalen.3
Eine an Mitgliedszahl kleine, in ihren religiösen und geselligen Veranstaltungen allerdings aktive Religionsgemeinde unter den Iranern in Hamburg ist die religiöse Minderheit der Baha'is.4
Im folgenden werde ich mich primär auf empirische Untersuchungen im Islamischen Zentrum Hamburg (Imam Ali Moschee) beschränken.
Zur Methode
In unserer Untersuchung gehen wir bei allen fünf erwähnten Arbeitsfeldern von teilnehmender Beobachtung aus. Diese Beobachtungen werden durch qualitative Befragungen ergänzt und vertieft. Die meisten der geplanten bzw. durchgeführten 60 Interviews finden in den Wohnungen der Befragten statt. Dabei kommt es neben Einzelbefragungen immer wieder auch zu Gruppengesprächen in der Familie oder dem Bekanntenkreis. Wir verwenden in unserer Untersuchung keinen Fragebogen, sondern orientieren uns an den Gegebenheiten alltäglicher Kommunikation.
Durch meinen ununterbrochenen elfjährigen Aufenthalt in Iran, vor allem in Teheran, beherrsche ich die persische Alltagssprache, so dass ich den Befragten anbieten kann, die Aussagen nach eigener Wahl in Farsi oder Deutsch auf Tonband vorzutragen. Dass ich innerhalb des muslimisch-iranischen Milieus akzeptiert werde, ergibt sich über meine Sprachkompetenz hinaus aus der biographischen Tatsache, dass ich durch mein Leben in Iran formal dem schiitischen Islam angehöre.
In der Öffentlichkeit ist immer wieder zu hören, der Zugang zum Forschungsfeld Moschee sei für nicht-muslimische Wissenschaftler äußerst schwierig. Die Untersuchungen von Kathryn Spellman in London oder die Bamberger iranwissenschaftlich-ethnographischen Studien von Sabine Kalinock (sie untersucht bereits seit mehreren Jahre religiöse Frauenveranstaltungen in Iran) zeigen indes, dass bei souveräner Kenntnis der Kultur des Untersuchungslandes die Bereitschaft zu einer offenen Kooperation von Seiten der »Gemeinde« grundsätzlich gegeben ist. Bei einer Analyse der Forscherrolle ist hier der Missionierungsgedanke zu berücksichtigen.5>
In meinem Falle haben sich nach der Darstellung des Forschungsvorhabens vor den Leitungsinstanzen der Moschee und bei den Informanten zunächst keine nennenswerten Distanzierungen ergeben. In Einzelfällen haben sich allerdings die Ereignisse des 11. Septembers 2001 für die Forschungssituation als hinderlich erwiesen (Wem dient die Befragung? Arbeiten Sie mit dem Verfassungsschutz zusammen?). Wegen meiner intensiven seit Ende der 1980er Jahre bestehenden Kontakte zum iranischen Milieu in Hamburg sowie durch meine häufige Anwesenheit bei Feiern und Predigten sind mir alle Verkehrsräume des Islamischen Zentrums, einschließlich der Kult- und Aufenthaltsräume der Moschee zugänglich. Die Nutzung der institutseigenen Bibliothek oder des Archivs wurde Indre Monjezi-Brown und mir häufig angeboten. Auch gab es Bestrebungen, mich als Referentin für Lehrveranstaltungen bzw. als Mitarbeiterin (etwa für die Redaktion deutschsprachiger Publikationen) zu gewinnen.
Meine Forschungsfragen im Kontext dieses Referats gelten zwei Aspekten. Zunächst einem institutionsbezogenen: Welche Ziele verfolgt das Islamische Zentrum/die Imam Ali Moschee mit den diversen religiösen und kulturellen Angeboten? Mit welchen Mitteln werden diese Ziele realisiert? Hier geht es besonders um die Funktion der »Netzwerke« aus dem Umfeld der Institution Islamisches Zentrum im Kontext interreligiöser und inter-ethnischer Beziehungen im Hamburger sozialkulturellen und politischen Umfeld. Der zweite Aspekt befasst sich mit der Sicht der Gläubigen: Was bedeutet die Moschee für die in Hamburg ansässige iranisch-schiitische Bevölkerung?
Die Imam Ali Moschee
Nach der Konstituierung eines Moscheebauvereins im Jahr 1953, der Grundsteinlegung 1960 und der Fertigstellung des Baus konnten im Jahr 1966 die ersten Freitagsgebete in der Imam Ali Moschee abgehalten werden. 1967 wurden die Verwaltungsräume der Moschee fertiggestellt. Der Bau der Moschee erfolgte auf Wunsch der Hamburger Händlerkolonie (Teppich-, Pistazien-, Kaviarhandel), ihren religiös-spirituellen Bedürfnissen und Pflichten als schiitische Muslime nachzukommen. Diese Geschäftsleute finanzierten einen großen Teil des Bauvorhabens. Die Hamburger politische und kulturelle Szene nahm den Moscheebau erfreut und unterstützend zur Kenntnis. Zu Recht wird man von heute aus sagen, denn das exponierte Gebäude an der Außenalster ist zu einer touristischen Attraktion der Stadt geworden.
Seit der Grundsteinlegung im Jahr 1960 wurde die Moschee (bzw. das Islamische Zentrum) von sieben hochrangigen iranischen Geistlichen geleitet. Allen ist gemeinsam, dass sie ihr theologisches Studium neben anderen Studien- und Wirkungsorten im Zentrum der schiitischen Geistlichkeit in der Stadt Ghom in Iran, absolviert haben. Zu den über Deutschland hinaus einflussreichen Amtsinhabern gehören Seiyed Mohammed Hosseini Beheshti, Ayatollah Khomeinis engster Verbündeter während der Revolutionszeit. Er arbeitete von 1965 bis 1970 in Hamburg. Der heutige Präsident der Islamischen Republik Iran, Seiyed Mohammad Khatami, leitete von 1978 bis 1980 die Institution. Das Islamische Zentrum Hamburg ist einer der einflußreichsten religiösen Wirkungsorte außerhalb Irans.
Die Gehälter der Moscheeleitung und der Angestellten sowie die Erhaltung der Einrichtungen wird aus Pflichtabgaben (zakát gemäß den religiösen Gesetzen) der Muslime und freiwilligen Spenden sowie aus dem Verkauf von Publikationen bestritten. Einmal im Jahr werden die Zuwendungen per Aushang z. T. unter Nennung des Spendernamens bekannt gegeben. Zu den Förderern zählen nicht nur Iraner, sondern auch Türken, Palästinenser, Iraker und Deutsche.
Mit den politischen und gesellschaftlichen Umwälzungen in Iran Ende der 1970er Jahre und durch deren Vorgeschichte und Nachwirkungen änderten sich die Zielsetzung und die Zielgruppen. Die Institution blieb in ihren religiösen Angeboten weiterhin den in Hamburg lebenden Iranern verpflichtet. Das Politische gewann aber zunehmend an Einfluss.
Der Islam ist wie die katholische Kirche von seinem Weltverständnis her eine universalistische und von seinen Zielen her eine globale Institution. Jahrhunderte, bevor von Globalisierung gesprochen wurde, war sie im Islam intellektuell begründet und praktisch realisiert. Darauf verweisen etwa Koranpassagen im Kontext der länderübergreifenden Gemeinschaft der Muslime (umma).
Auf diese Länder und Völker übergreifende Dimension des Islams besann sich das Hamburger Zentrum als in den 1960er und 1970er Jahren mit der Arbeitskräfteanwerbung in großem Maßstab die Zuwanderung von sunnitischen Muslimen, vornehmlich aus der Türkei, nach Deutschland begann. In der Folge öffnete sich das zunächst rein iranisch (d. h schiitisch) orientierte Glaubenszentrum zunehmend auch für Angehörige der sunnitischen Rechtsschulen. Dieser Tatbestand ist eine der Voraussetzungen
unserer Untersuchung religiöser Praxis sowie der sozialen, kulturellen und politischen Netzwerkaktivitäten im Umfeld der Moschee.
Ayatollah Khomeini verfolgte, worauf gerade Wilfried Buchta hingewiesen hat, vor allem ideologisch-politische Ziele.6 Dazu zählte auch die Einheit des Islam (wahdat-e eslámi). Um Sunniten und Schiiten im Islam zu vereinen, bedarf es zunächst einer wechselseitigen Akzeptanz. Dieser von Khomeini eingeschlagene Weg einer Ökumene wurde später verstärkt von seinem Nachfolger Ayatollah Khamenei beschritten. Ein ökumenischer Akzent steht heute im religiösen und politischen Leben der Hamburger Moschee und des Islamischen Zentrums im Mittelpunkt. Deshalb werden z. B. die Freitagsgebete außer von iranischen, afghanischen und irakischen Schiiten von mindestens genauso vielen Sunniten arabischer, pakistanischer, afrikanischer Provenienz sowie von deutschen Konvertiten besucht. Das Islamische Zentrum ist Treffpunkt diverser Gruppen aus unterschiedlichen Ländern, die hier Trauungen, Trauerfeierlichkeiten, Treffen etc. arrangieren. Seit 1975 wirkt für die deutschsprachige Muslim-Gemeinde ein eigener Imam, zunächst war es der pakistanische Geistliche Mehdi Razvi, ihm folgte eine Frau aus Deutschland. Halima Krausen betreut 2.000 bis 3.000 deutschsprachige muslimische Familien im norddeutschen Raum.
Die polyethnische Zusammensetzung der Gläubigen und gelegentlich politisch motivierte Freitagspredigten führen seit etwa zehn Jahren dazu, dass die Moschee im Verfassungsschutzbericht erwähnt wird.7
Daraus ein Zitat:
»Für die Propagierung eines islamischen Gottesstaates nach iranischem Vorbild spielt in der Bundesrepublik das >Islamische Zentrum Hamburg e.V.< (IZH) Träger der >Imam-Ali-Moschee< eine wichtige Rolle: Beispielsweise als Einrichtung zur Verbreitung von islamistischem Gedankengut und als europaweit hochrangige Verbindungsstelle der Islamischen Republik Iran. Die jeweiligen Leiter der Moschee bzw. des IZH werden im Iran bestimmt. Zum Umfeld gehören verschiedene Vereinigungen, die die Ziele des IZH fördern und von IZH-Funktionären dominiert werden. Es gibt darüber hinaus auch Anhaltspunkte für die Versuche des Iran, auch andere Moscheen in Deutschland durch finanzielle oder organisatorische Unterstützung zu beeinflussen.
Regierungstreue Iraner und Muslime anderer Nationalitäten (wie Anhänger der libanesischen Hizballah) besuchen das IZH zu Versammlungen, Gebeten, Vorträgen, Seminaren, Lesungen, islamischen Festen und Trauerfeiern. Obwohl offiziell Toleranz und Offenheit bekräftigt wird, ist eine antiwestliche Agitation unverkennbar.
Das IZH ist Mitorganisator der jährlich im Bundesgebiet stattfindenden Großdemonstrationen zum >Jerusalem-Tag< oder >Quds-Tag<'8 > . >An diesem von KHOMEINI ins Leben gerufenen Aktionstag9 > >nahmen am 08.12.01 in Berlin etwa 1.000 Personen teil, darunter 100 bis 150 aus Hamburg. Der Tag soll allen Muslimen die Wiedereroberung Jerusalems und seine Befreiung vom Zionismus als Ziel ins Bewusstsein bringen.«
Das Islamische Zentrum e. V.
Angehörige und Repräsentanten des Islamischen Zentrums nehmen seit Jahren an interreligiösen Begegnungen teil. Sie besuchen Kirchentage und nehmen die Gelegenheit zum intellektuellen Austausch mit anderen Religionen wahr. Die hauseigene Faltblattserie »Muslime im Dialog« will interessierten Nichtmuslimen »kurz und prägnant einen Einblick in die islamische Sichtweise« ermöglichen. Vom Islamischen Zentrum geht eine Fülle von theologischen, politischen, geselligen und interreligiösen Aktivitäten aus. Beispielsweise haben bei Vortragsveranstaltungen namhafte Persönlichkeiten referiert: Prof. Udo Steinbach, Leiter des Deutschen Orientinstituts, die protestantische Theologin Dorothee Sölle, die Schriftstellerin Luise Rinser, der jüdische Theologe Pinchas Lapide, die Politikerin Petra Kelly und der Bremer Bürgermeister Henning Scherf. Heute bietet das Zentrum unter der Leitung von Hojjatul-eslam Husseini-Nasab ein kulturell vielfältiges Programm: Dichterlesungen, Konzerte, Bilderausstellungen, Koranrezitationen, eine Koranausstellung etc.
Veranstaltungen dieses Charakters werden seitens des Zentrums sorgfältig auf ihre Binnen- und Außenwirkung hin geplant: Das Planungssystem und seine Konkretisierung werden von uns durch Beobachtung und Befragung ermittelt.
Nachfolgend ein kurzer Überblick über die Organisationsstruktur und kontinuierliche Angebote des IZH:
Islamisches Zentrum Hamburg e. V. seit 1962
Leitung: Seiyed M. Baqr Dr. Husseini-Nasab
Stellvertreter: Younes Nourbakhsh
Hierzu gehören die Abteilung für Orientalische Sprachen, eine islamische Fachbibliothek mit mehr als 10.000 Büchern in verschiedenen Sprachen, das Archiv Prof. Falaturi. Es werden Forschungsprojekte ausgeschrieben, Publikationen und Zeitschriften herausgegeben, Buchwettbewerbe veranstaltet.
Das Lehrprogramm umfasst Sprachkurse (Deutsch, Farsi, Arabisch) und die Fächer Islamisches Recht, Islamische Geschichte, Philosophie, Koranexegese, Theologie, Vergleichendes Recht, Psychologie.
Weitere Abteilungen des Islamischen Zentrums sind:
- Büro für Familienangelegenheiten
Hier finden Eheschließungen nach islamischem Ritus statt. Es werden Eheberatungen, seelsorgerische Betreuung und Hilfestellung bei persönlichen Problemen angeboten.
- Haus des Koran
- Frauen Ahlulbayt (a. s.) FADAK e. V. seit 2001
- Arbeitskreis »Begegnung und Austausch«
Monatlicher Vortragsabend in deutscher Sprache
- Iranischer Sportverein e. V. seit 2002
- Islamische Mädchengruppe im Alter von 10 bis 17 Jahren
- Beratungsbüro für deutschsprachige Muslime( Seelsorge)
Arbeitskreis Interreligiöser Dialog
- Koraninterpretation in deutscher Sprache
Interreligiöser Dialog
Die erwähnten Einrichtungen sind in ihren Funktionen primär kultur- und sozialpolitisch orientiert. Sie versuchen, die iranische Bevölkerung über ihre Herkunftskultur zu informieren, theologische und rechtliche Fragen zu klären, Verhaltenssicherheit zu vermitteln10 und die Teilnehmenden in die schiitische Religionsgemeinschaft zu integrieren. Andere Ziele gelten wie ich gezeigt habe der interreligiösen Kommunikation und der Aufklärung der deutschen Bevölkerung über die Ziele des Islam. Dass sich dabei Missionierung (»Werbung für den Islam«), pädagogisches und soziales Engagement verbinden, liegt auf der Hand. In einer Buchpublikation werde ich dieses Beziehungsgeflecht ausführlich darstellen und analysieren.
Eine Donnerstagabend-Predigt11
Um selektiv einen Eindruck von der Feldforschung zu vermitteln, will ich im Stile einer generalisierten Beobachtung einen von mir als »Donnerstagabend-Predigt« bezeichneten Anlass beschreiben und analysieren. Diese Predigt wendet sich vor allem an Persisch sprechende shiitische Gläubige (Iraner und Afghanen). Durchschnittlich wird sie von etwa 100 - 150 Gläubigen Männer und Frauen sind etwa zu gleichen Teilen präsent besucht. Der Besucherkreis dieser Gottesdienste ist überschaubar, d. h. es treffen immer wieder die gleichen Personen und Familien am Donnerstagabend zusammen. Die Veranstaltung findet, anders als die Freitagspredigt, nicht im Kult-, sondern im Vortragsraum statt. Männer und Frauen sitzen islamischem Usus folgend nach Geschlechtern getrennt.12
Die Donnerstagabend-Predigt steht in Einzelaspekten durchaus im Gegensatz zur Freitagspredigt, welche in Hamburg dem Gedanken der Ökumene folgend in drei Sprachen gehalten wird: Arabisch, Farsi und Deutsch. Die Freitagspredigt setzt selten in ausgeprägter Form gelegentlich politische Akzente (etwa wenn die Lage der Palästinenser das Thema des Vortrags ist). Iraner empfinden angesichts der Vielsprachigkeit dieser Predigt ihren eigenen »Minderheitenstatus« manchmal als störend. Deshalb hat sich ihre Zahl bei diesem Anlass in letzter Zeit reduziert.
Die Donnerstagabend-Predigt wird stets vom Imam der Moschee oder seinem Stellvertreter gehalten. Über alle individuellen Differenzen hinweg lässt sich ein einheitlicher Predigtstil beschreiben. Die frei vorgetragene Rede ist in der Regel paraphrasierend. Stilelemente der Dichtung wechseln ab mit Koran- und Hadithzitaten13. Es werden nachahmenswerte Beispiele aus dem Leben des Propheten und seiner Familie bzw. Nachkommenschaft angeführt. Dem Islam immanente Mahnungen zu »Toleranz« und »Frieden« werden durch Aussagen des Korans oder anderer islamischer Schriften bestärkt. Von der Zielsetzung her ist die Ansprache stets pädagogisch motiviert. Das ist nicht nur der Anwesenheit zahlreicher Jugendlicher geschuldet, sondern entspricht durchaus den Bedürfnissen der erwachsenen Zuhörer beiderlei Geschlechts. Der Prediger bemüht sich, dicht an der Lebenspraxis der in Hamburg und im Umfeld dieser Stadt lebenden Gemeinde zu bleiben. Er versucht deshalb, in islamisch-theologischer Paraphrase zugleich wissenschaftliche Ergebnisse aus Psychologie, Soziologie und Medizin im Predigttext populär zu vermitteln und zu interpretieren. Zitiert er Gedichte, wird seine Sprache besonders ausdrucksstark: Er verfällt in einen deklamatorischen Stil. Dabei lässt sich beobachten, dass einige der Männer und Frauen die vorgetragenen Texte beherrschen und diese mitsprechen.
Bevor ich zur Interpretation des Geschehens komme, will ich auf einen spezifischen Funktionszusammenhang hinweisen: Die Predigt hat neben ihrer manifesten Funktion, religiös-ethische Hintergründe des islamischen Glaubenssystems zu vermitteln, offenbar zugleich eine latent kulturelle Funktion: denn in diesem Medium wird die persische Sprachkultur, die bis heute in einem kaum zu vergleichenden Maß durch die Dichtung geprägt ist, gepflegt und tradiert. Die Gedichte persischer Mystiker und Dichter gehören bis heute zum traditionellen Bildungskanon. Es entspricht deshalb regelmäßig dem pädagogischen Konzept der Predigt, die vorgetragenen Gedichte noch einmal in einer populären Ausdrucksweise zu erläutern und zu modifizieren.
Die Predigt wird immer wieder durch einen vom Geistlichen initiierten gemeinsamen Segenswunsch für den Propheten und seine Familie (salawát) unterbrochen. Zu den Predigtexkursen gehören typischerweise kulturkritische Einlassungen. Sie beziehen sich speziell auf »Auswüchse« der aktuellen westliche Lebensweise. Dabei geht es zunächst um eine Kritik am allgemeinen Werteverfall, speziell am Niedergang der Familie und am Verlust von Gemeinsinn und der Sexualmoral sowie an der verbreiteten Überbewertung materieller Güter. Ausführlich wird aber vor allem die Abwendung vom Glauben an Gott und von der Spiritualität (Seele nafs) beklagt. In ihrer Tendenz entspricht diese religiös motivierte Kulturkritik durchaus der kritischen Sicht auf die Moderne in christlichen Kirchen; etwa in den ländlichen Gebieten der USA und ganz gewiss in katholischen Ländern, z. B. in Polen oder Spanien. Die Predigt endet mit einem Gebet, welches eine Fürbitte für Kranke (Muslime und Nichtmuslime) und die Bitte um Stärkung des Glaubens in einer säkularisierten Welt einschließt.
Die Predigt wendet sich in ihrem didaktisch-moralisierenden Stil an alle Anwesenden. Doch bei distanzierter Beobachtung wird eine geschlechtsspezifische Differenz des Rezeptionsverhaltens deutlich. Während die Männer und einige männliche Jugendliche würdevoll dem Geistlichen lauschen, geht es auf der Frauenseite »lebendiger« zu. Nur einige folgen aufmerksam der Rede, andere disziplinieren ihre herumlaufenden Kinder. Einzelne Gruppen sprechen über private Angelegenheiten. Deshalb werden immer wieder nicht nur Kinder, sondern auch Frauen von ihren Nachbarinnen zur Andacht ermahnt.
Dass die Hamburger Moschee es schwer hat, ihre Räume bei den wöchentlichen Predigten zu füllen, ist angesichts der im Vergleich zur Bevölkerungsstatistik geringen Anwesendenzahlen offenkundig. Von den ca. 18.000 Hamburger Iranern lassen sich allenfalls 1.000 bis 2.000 dem Einflussbereich der Moschee zurechnen. Das ist nicht erstaunlich, wenn man in Rechnung stellt, dass die meisten hier lebenden Iranerinnen und Iraner vor den politischen Verhältnissen in der Islamischen Republik geflohen sind. Die genannten 1.000 - 2.000 Personen besuchen nur an den Hochfesten, vornehmlich im Fastenmonat Ramadan und im Trauermonat
Muharram, die Moschee, denn die Anwesenheit in dieser Zeit gilt als besonders segensreich.
Die Veranstaltungen im Muharram beziehen sich dezidiert auf einen zum Schiitismus zugehörigen Märtyrerkult um den Prophetenenkel Imam Hussein. Um diesem wichtigen Anlass Genüge zu tun, werden aus Iran Predigt-Virtuosen eingeflogen, die dem kulturspezifischen Bedürfnis nach kollektivem karthatischen Weinen von Männern und Frauen gerecht werden sollen.
Im Anschluss an jede Donnerstagabendveranstaltung gibt es im Grundgeschoss der Moschee ein von einzelnen Gläubigen gespendetes Essen (Fladenbrot, Schafskäse, Kräuter, Radieschen, Datteln, Tee, Kuchen), an dem fast alle Anwesenden unter Beibehaltung der Geschlechtertrennung teilnehmen. Dazu gehört es auch, dass Frauen, etwa als Dank für die Erfüllung eines weltlichen Wunsches, für das Seelenheil und zum Gedächtnis eines Verstorbenen, traditionelle Nahrungsmittel (z. B. Datteln und zu Haus zubereitetes Halva) anbieten.
Auf weitere kommunikative Felder des Moscheelebens kann ich hier nicht eingehen. Die Moschee als kommunikativer Raum ist ja zugleich Heiratsbörse für Muslime und ein Platz, an dem Geschäftsbeziehungen gepflegt und aufgebaut werden. Außerdem ist sie eine beliebte Informations- und Klatschbörse.
Ich komme nun zur Interpretation. Dabei gehe ich von dem Bewusstsein der nach den Gesetzen des Islams lebenden Iraner aus:
Über allem steht die solidarisierende Funktion des Gemeinschaftserlebnisses innerhalb der eigenen Sprache und Religion. Die Donnerstagabend-Predigt ist ausdrücklich nicht darauf ausgerichtet, den Rezipienten völlig neue Eindrücke zu vermitteln. Sie lebt aus der Wiedererkennbarkeit des Vertrauten. Das wird über den didaktischen Gehalt hinaus durch Segenswünsche, Gebete, Koranverse unterstrichen und durch das gemeinsame Kleidungsverhalten und das Praktizieren eingelebter Bräuche vertieft. Für Kinder und Jugendliche ist die Moschee der einzige Ort, bestimmte Riten des schiitischen Islams kennenzulernen und dabei ohne Legitimationsdruck gegenüber nicht-muslimischen Jugendlichen die ererbte Religion zu praktizieren. Unterhalb dieses generalisierten Motivkomplexes lassen sich weitere Motiv- und Funktionsebenen benennen, die die Motive der erwachsenen Moscheebesucher schärfer konturieren können.
Iraner leben obwohl sie hier ihre eigenen Milieus bilden (Händlermilieu, Migrantenmilieu, Studentenmilieu, politische Gruppen, religiöse Fundamentalisten etc.) in Hamburg in der Fremde. Tatsächlich lautet das in diesem Kontext von ihnen gebrauchte Schlüsselwort »Fremde« (ghorbat). Dessen ungeachtet bezeichnen fast alle, die mehr als drei oder vier Jahre hier leben, Hamburg nicht Deutschland! als ihre zweite Heimat. Das Fremdheitserlebnis wird im Raum der Moschee durch die dort gegebene Möglichkeit kompensiert, das islamisch vorgegebene Kleidungsverhalten zu praktizieren, ohne diskriminierenden Blicken und Kommentaren von Seiten der deutschen Bevölkerung ausgesetzt zu sein.
Selbst wenn die Diskrepanz bestimmter Aussagen zu einer andersartigen Realität im Einzelfall von den Gläubigen bemerkt wird, steigern Floskeln vom Typ »Der richtig gelebte Islam kann alle Krankheiten verhindern« oder der »Islam ist die letzte und beste aller Religionen« in einer säkularisierten Welt schließlich das Selbstwertgefühl derer, die sich zum Islam bekennen.
Schluss
Was trägt das Islamische Zentrum für die hier lebenden Iraner und das interkulturelle und interreligiöse Zusammenleben in Hamburg bei?
Wer unter den Voraussetzungen dieser drei Gruppen am Moscheeleben teilnimmt, bleibt einem konventionellen Islam verbunden. Er befolgt die religiösen Pflichten, d. h. er muss den Totalitätsanspruch nach innen und dessen Universalitätsanspruch nach außen nicht nur akzeptieren, sondern zumindest den normativen Vorgaben gemäß fördern. Er muss sich also die Überlegenheitsideologie des Islams zu eigen machen und diese an die eigenen Nachkommen weitergeben. Das immer wieder ausdrücklich formulierte Ziel der Institution ist das friedliche Zusammenleben in einer deutlich separierten Parallelgesellschaft zwischen traditionellen Muslimen und nicht-muslimischen Deutschen.
Hier ist eine Bemerkung zu den zum Islam konvertierten Christen deutscher Herkunft wichtig. Das Zentrum nimmt zunehmend die Hilfe deutscher Konvertiten, speziell für die »Werbung für den Islam« in Anspruch. Zunächst setzt man auf deren Sprachkompetenz und Institutionenkenntnis. Die im Islamischen Zentrum präsente Anzahl dieser Neuzugänge ist nicht groß; es sind allenfalls bis zu zehn aktive Männer und Frauen. Die iranische Gemeinde achtet sie für ihr religiöses Streben und ihr Bekenntnis. Gelten sie doch durch ihre Konversion als Beweis für die Überlegenheit der islamischen Religion. Aber zugleich kursiert über sie eine Redensart: »Die Schüssel ist heißer als die Suppe« (káse az ásh dághtar ast) entsprechend dem deutschen Sprichwort: »Sie sind päpstlicher als der Papst«. (Diese Ironisierung bezieht sich insbesondere auf die strikte Verhüllung des ganzen Körpers seitens der Konvertitinnen nach dem in Iran geltenden Gebot für Frauen.) Zu persönlichen Kontakten etwa familiären interkulturellen Einladungen kommt es unter dieser Voraussetzung (aber auch wegen sprachlicher Probleme) kaum.
Ein Wort ist noch zu den interreligiösen Begegnungen innerhalb des Islamischen Zentrums und unter Beteiligung von Mitarbeitern außerhalb der Moschee nötig. An jedem letzten Freitag im Monat findet ein deutschsprachiger Vortrag statt (neuerlich Arbeitskreis: »Begegnung und Austausch« genannt), zu dem Besucher aller Glaubensgemeinschaften geladen sind. Außerdem finden in Hamburg regelmäßig in fast immer der gleichen Zusammensetzung interreligiöse Dialoge zwischen theologisch gebildeten Vertretern des Christentums, des Islams, des Judaismus, des Hinduismus und des Buddhismus statt.14 Dabei bestimmt ein freundlich offener Interaktionsstil die Gesprächsatmosphäre. Von Seiten der Islamvertreter werden Respekt und Achtung vor der Tradition der anderen Religionen in dieser Diasporasituation beschworen.
Abschließend ist eine Relativierung des Gesagten nötig: Die Mehrheit der Iraner in Hamburg interessiert sich nicht für das von mir aufgeführte vielfältige Angebot des Islamischen Zentrums. Denn diese Institution wird von Personen und Gruppen aus dem linken und liberalen Spektrum als »langer Arm« der Islamischen Republik gefürchtet.Wie aber erhalten sich die Personen, die den säkularen Konzepten in der Migration folgen und die Moschee meiden, ihre Zugehörigkeit zur »Welt des Islams«? Es kann kein Zweifel bestehen, dass gerade für jüngere in die europäischen Verhältnisse integrierte Iraner und Iranerinnen gehobener Bildungs- und Einkommensschichten der Weg zur Religion ihrer Väter nicht nur in dieser Stadt über eine modernisierte Form des islamischen Sufismus führt. Seit 1989 etablierte sich in Hamburg die Schule des islamischen Sufismus. Dieser Ordenszweig umfasst heute ca. 500 Anhänger beiderlei Geschlechts und aller Altersgruppen und ist prinzipiell für Angehörige aller Konfessionen offen. Gewiss, auch hier wird unterschwellig für den Islam missioniert. Doch als Ziel des Lebens wird neben der Gotteserkenntnis stets der materielle und ideelle Erfolg in der europäischen Gesellschaft propagiert. An dieser Stelle ist auf den internationalen Charakter dieses Sufismus hinzuweisen. Obwohl seine Wurzeln in Iran liegen, ist die Schule des islamischen Sufismus in ihrer heutigen Vitalität ein »Import« aus Amerika (Kalifornien). Mittlerweile hat er in vielen europäischen Großstädten, nicht nur in Metropolen, eine Karriere gemacht. Ob sich auf diesem Wege über den materiell-ökonomischen Aspekt der Integration hinaus Elemente eines sogenannten »Euro-Islams« herausbilden werden, steht dahin.
Kathryn Spellman hat in London diese Gruppe sehr ausführlich untersucht. Und auch ich habe die Londoner Sufi-Gemeinde besucht und dort ausführliche Gespräche mit Anhängern und Sympathisanten geführt. Die Situation in Hamburg und London ist quasi austauschbar. Der Sufi-Meister pendelt (neben anderen Städten) sehr häufig zwischen diesen beiden Städten, um hier zu lehren.
1 Vortrag gehalten am 12. November 2002 im Rahmen der HGV-Vorträge.
2 So die telefonische Auskunft der zuständigen Behörde.
3 World Assembly of God auch in Iran missionierend.
4 Nach ihrem Religionsstifter Baha'u'llah genannt.
5 In Iran gibt es die Islamische Propaganda-Organisation (sázmán-e tablighát-e eslámi) Tehran, Khiabane Valiasr, Meidane Felestin. (Der Begriff »Propaganda« entstammt auch im Christentum der theologisch begründeten Missionsidee.)
6 Wilfried Buchta>: Die iranische Schia und die islamische Einheit 1979-1996. Hamburg 1997.
7 Landesamt für Verfassungsschutz der Freien und Hansestadt Hamburg, Verfassungsschutzbericht 2001, S. 82 f. Auf diesen Bericht bezieht sich Cornelia Filter in ihrem ebenfalls warnenden Aufsatz: Eine fromme Reise durch Deutschland. In: Alice Schwarzer (Hg.): Die Gotteskrieger und die falsche Toleranz. 2. Aufl. Köln 2002, S. 77-104.
8 Siehe hierzu die Freitagsansprache in der Imam Ali Moschee v. 15.1.1999 URL: http://www.islamic-centre-hamburg.de/freitagsansprachen/fr990115.htm
9 Hintergründe der Einführung dieses »Internationalen Jerusalemtags« (verkündet am 28.7.1979) sind nachzulesen bei Buchta, wie Anm. 6, S. 61.
10 Vielfach werden z. B. von in Hamburg lebenden iranischen Frauen und Männern Fragen zur rituellen Reinheit und zum Verhalten innerhalb einer nicht-muslimischen Gesellschaft gestellt.
11 Der Abend heißt auf Farsi namáz-e shab-e jom'e bzw. doá-ye komeil.
12 Im Vortragsraum sitzen die Frauen links, die Männer rechts dem Rednerpult gegenüber. Im Gebetsraum stehen die Männer vorn und die Frauen in Reihen hinter ihnen.
13 Hadith: Überlieferung der Aussprüche und Taten des Propheten Muhammad.
14 Exemplarisch etwa: 1983 wurde Halima Krausen Mitbegründerin der »Arbeitsgemeinschaft interreligiöser Dialog«. Der »interreligiöse Dialog« findet als reguläre Lehrveranstaltung am Fachbereich Evangelische Theologie der Universität Hamburg statt, wird jedoch vom Institut für Missions-, Ökumene- und Religionswissenschaft, dem Tibetischen Buddhistischen Zentrum und dem Islamischen Zentrum geplant und durchgeführt.
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