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| UHH FB Kulturgeschichte und Kulturkunde Institut für Volkskunde/Kulturanthropologie | Suche |
(vokus. volkskundlich-kulturwissenschaftliche schriften. heft 2, 10/1999. herausgeber: hamburger gesellschaft für volkskunde c/o institut für volkskunde)
Erstsemesterbericht
Andrea Rützel / Marcel Vietor
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(Transkription) »Ich bin neu in der Hamburger Schule, und ich kenn mich nicht so gut aus; ich bin grade in die erste Klasse gekomm und weiß noch nichts genaus...«
Okay, klar war uns, dass es hier kein Bier als Pausenbrot gibt und wir kein Griechisch oder Latein lernen würden, sondern Volkskunde. Was auch immer das sein sollte. Dafür gabs aber ja die OE, und das fünf Tage lang. Ein Hoch auf Anneke, denn nun wussten wir zumindest, wie das mit dem Studieren theoretisch funktionieren soll. Und keine Frage blieb unbeantwortet: »Was, was, einen Stabi- (was ist das eigentlich?)ausweis brauch ich auch? Wo ist das Rechenzentrum? Gibt's hier unten kein Klo? Was soll das Volkskunde?«
Tja, und so entwickelten sich neben den vielen Frage-Antwortspielchen auch die ersten »interkommilitonären Kontakte« und »Artikelschreiberschaften«". So sitzen wir da und lassen alles Revue passieren; ist es nicht komisch wir mögen die Volkskunde, obwohl wir nicht wirklich wissen, was es ist.
Aber es ist auch schön, dass bei den angebotenen Seminaren eigentlich für jeden etwas dabei ist und man theoretisch »Gott und die Welt« bearbeiten kann. Natürlich mit dem nötigen Ernst.
Bald schon entschlüsselten wir den stereotypen Code der Volkskundler, dieses Bewegen der Finger in der Luft, das wir »noch« zu unterdrücken versuchen, was immer für viel Heiterkeit sorgt.
Was uns auch schnell sympathisch wurde, war die freundliche Atmosphäre im Institut, die uns den Studienstart sicherlich angenehmer gestaltet hat als in einem 400-Studenten Jurahörsaal, verbunden mit dem Charme einer Prüfungssituation beim Suchen nach dem Sekretariat.
Und wenn wir mal den Wald mit all seinen Bäumen sehen konnten, aber man dafür uns nicht verstand, wenn wir unser Studienfach nannten (natürlich ohne auf die Namensvielfalt einzugehen, da wir schon zuviel davon gehört hatten), dann blieb uns zwar immer noch die Alternative einfach auf die penetrante Frage »Und was studierst du?« hin »Jura« (oder ein anderes mehr oder weniger klar definiertes Studienfach) zu antworten, aber was soll der Geiz? Schließlich war das erst das erste, der wohl noch zahlreich folgenden Semester.
Und inzwischen wissen wir ja zumindest wo das Klo ist. Und wenn nicht gibt's immer noch Plan C!
| Impressum | Letzte Änderung: 08 Mar 08 webmaster |