Elektronische Publikation von Dissertationen im Intenet
Susanne Limmroth-Kranz
Der Abschluß des Promotionsverfahrens bedeutet für zahlreiche Promovenden den Beginn der
Suche nach einem geeigneten Publikationsort. Nun gibt es eine gute Nachricht für alle
Suchenden: Seit Oktober 1998 sind die Möglichkeiten der Veröffentlichung einer
Dissertation in Hamburg um eine wesentliche Variante erweitert worden.
Die Dissertationsstelle der Staats- und Universitätsbibliothek Hamburg bietet als neuen
Service an, abgeschlossene Dissertationen im Internet elektronisch zu publizieren. Das
derzeit noch im Erprobungsstadium befindliche - und bislang kostenfreie Projekt - ist gut
angelaufen. Wegen der nicht unerheblichen Personalkosten wird derzeit diskutiert, ob nicht
doch eine Gebühr erhoben wird.
Diese würde aber immer noch bei weitem günstiger ausfallen als das Kopieren, Drucken und
Binden von derzeit 120 Pflichtexemplaren in den Geisteswissenschaften. Bleiben die
Arbeiten in den Naturwissenschaften häufig bei unter 200 Seiten, so sind sie in den
kulturwissenschaftlichen Fächern wie der Volkskunde ja von ganz anderen Umfängen, und
damit ist auch von weit höheren Druckkosten auszugehen. Somit ist das Internet für die
Promovenden nicht nur ein Medium, um ihre Arbeiten einer breiteren Öffentlichkeit
zugänglich zu machen, vielmehr stellt die elektronische Publikation eine kostengünstige
Alternative dar. Nicht zuletzt bildet sie auch für die Bibliotheken eine enorme
Platzersparnis.
Ich stieß mehr oder weniger zufällig auf diese Möglichkeit, als ich mich erkundigte, ob
man auch CD-ROMS abgeben könne anstatt der unzeitgemäßen Mikrofiche oder gar den 120
Druckwerken im Format der Hamburger Telefonbücher.
Bislang sind durch die Staatsbibliothek Hamburg vorwiegend Dissertationen aus den
"trockeneren" Naturwissenschaften publiziert worden, aber vielleicht werden die
Kulturwissenschaftler und Kulturkundler dort langfristig auch noch etwas zahlreicher
vertreten sein.
Zum Jahreswechsel 1999 stellte die Staats- und Universitätsbibliothek die zehnte
Dissertation ins Netz, bis Februar 1999 waren es bereits ingesamt 17 Arbeiten, die nun auf
diesem Wege per Mausklick zugänglich sind.
Die Doktorandin/der Doktorand überträgt der SUB Hamburg die Zustimmung des jeweiligen
Fachbreiches vorausgesetzt1 das Recht, die Dissertation in
Wissenschaftsnetzen zugänglich zu machen. Damit übernimmt die SUB die Verpflichtung, auf
Dauer die Verbreitung der Dissertation auf ihrem Server zu gewährleisten.
Die SUB stellt die Dissertation somit online zugriffsfähig in internationalen
Wissenschaftsnetzen zur Verfügung. Sie macht ihren Tauschbibliotheken und der Deutschen
Bibliothek Frankfurt/Leipzig darüber Mitteilung und gibt die elektronische Fassung der
Dissertation auf Anforderung der Deutschen Bibliothek an diese weiter, analog zu dem bei
gedruckten Dissertationen üblichen Verfahren.
Das praktische Prozedere für die Autorin/den Autor gestaltet sich wie folgt:
Nach der abgeschlossenen Disputation und dem Aushändigen des Zeugnisses durch den
Fachbereich, kann der Promovend beim Fachbereich schriftlich darum ersuchen, zum
elektronischen Publizieren zugelassen zu werden. Ist dies geschehen, so werden bei der
Dissertationstelle der Staats- und Universitätsbibliothek (2. Stock des Stabi-Gebäudes)
vier gebundene Exemplare mit Angabe der Gutachter, dem Tag der Prüfung (d.h. eingebunden,
wie bei den ersten Exemplaren für die Prüfungskommission) sowie eine Version auf
Diskette(n)2 oder CD-ROM3 in einem Internet
fähigen Datenformat4 und schließlich eine einseitige Zusammenfassung
(Abstract) gegen eine vorläufige Quittung abgegeben. Diese elektronische Version soll auf
Punkt und Komma genau mit der Schriftlichen übereinstimmen, muß also z.B. auch die
Deckblätter und den Lebenslauf enthalten. (Die i.d.R. mehreren Dateien sind in der
richtigen Reihenfolge zu kennzeichnen.)
Nach erfolgter Einspielung der Daten erhält die Promovendin die Möglichkeit, die
Publikation zu prüfen und Fehler der Dissertationsstelle mitzuteilen. Nach erfolgter
Korrektur erhält man eine endgültige Quittung. Diese wiederum ist beim Fachbereich
einzureichen um die endgültige Urkunde zur Ernennung zum Dr. phil. zu erhalten.
Das klingt jetzt vielleicht alles ein wenig komplizierter als es ist.
In der Dissertationsstelle gibt sehr kompetent Auskunft: Frau Hertel: 040/428 38 - 2236
(8-12 Uhr)5. Die Dissertationsstelle selbst ist von 10-15 Uhr am
Montag bis Donnerstag geöffnet und am Freitag von 10-13 Uhr. Hier gibt es auch die
Informationsblätter und Formulare.
Von der EDV-Seite her betreut Herr Ahlers: 040/428 38 - 3344 die Publikationen im
Internet.
Einsehen kann man die bislang ins Netz gestellten Arbeiten auf der Homepage der SUB
Hamburg: http: //www. sub. uni- hamburg. de/, dort unter dem Stichwort "elektronische
Publikationen" - und dann durchklicken.
Das elektronische Publizieren ist eine moderne, zeitgemäße Möglichkeit später in aller
Ruhe nach einem geeigneten Publikationsort zu suchen, dabei aber zuvorderst die Auflage
der Pflichtexemplare zu erfüllen, um so den - in zahlreichen Fällen wohl unter
Entbehrungen erarbeiteten Titel schnellstmöglich auch offiziell führen zu dürfen.
Digitale Dissertationen in anderen Formaten nimmt die Dissertationenstelle der SUB Hamburg
nur unter Vorbehalt und mit dem Hinweis darauf vorläufig an, daß eine elektronische
Publikation durch die Bibliothek entweder gar nicht oder nur mit zusätzlichem technischem
Aufwand möglich ist. Letzterer verursacht der Doktorandin / dem Doktoranden Kosten,
worüber nach einer technischen Prüfung in einem Voranschlag informiert und um
schriftliche Zustimmung gebeten wird. Für nähere Informationen zu von obiger Liste
abweichenden Datenformaten setzen Sie sich bitte direkt mit der Dissertationenstelle in
Verbindung.
4. Die Doktorandin / der Doktorand überträgt der SUB Hamburg - die Zustimmung des
betreffenden Fachbereichs vorausgesetzt - das Recht, die Dissertation in
Wissenschaftsnetzen zugänglich zu machen. Damit übernimmt die SUB die Verpflichtung, auf
Dauer die Verbreitung durch Zugänglichkeit der Dissertation auf ihrem Server zu
gewährleisten.
Die SUB stellt die Dissertation auf ihrem Server dauerhaft und online zugriffsfähig in
internationalen Wissenschaftsnetzen zur Verfügung. Sie macht ihren
Tauschpartnerbibliotheken und Der Deutschen Bibliothek darüber Mitteilung und gibt die
elektronische Fassung der Dissertation auf Anforderung Der Deutschen Bibliothek an diese
weiter, analog zu dem bei gedruckten Dissertationen üblichen Verfahren. Bei der
Katalogisierung der Dissertation gibt die SUB neben der Signatur der Printfassung die URL
(Uniform Ressource Locator) der digitalen Fassung auf ihrem Dokumentserver an.
SUB Hamburg
Dissertationenstelle
Tel.: 42838-2236
Fax: 42838-3352
E-mail: diss@sub.uni-hamburg.de
1 Das Antragsformular kann eingeholt werden bei der SUB-Dissertationsstelle, bei den
Dekanaten der Fachbereiche oder unter http://www.sub.uni-hamburg.de/disse/disstart.htm.
2 Disketten: 3,5 Zoll/1.44 MB/ DOS-formatiert.
3 CD-ROM: formatiert nach ISO-9660.
4 Als Standardformate werden bis auf weiteres akzeptiert und -
technische Korrektheit der Daten und die Einhaltung der folgenden Vorgaben vorausgesetzt -
auf den Dissertationen-Server übernommen, ohne daß der Doktorandin / dem Doktoranden
Kosten entstehen:
a.Postscript Format:
Das Textverarbeitungsprogramm muß eine Ausgabe für einen Standard Generic Postscript
Drucker erstellen. Diese wird anstatt direkt zum Drucker in eine Datei geleitet. Damit die
Dissertation überschaubar bleibt, sollten Inhaltsverzeichnis und die Kapitel (Abschnitte)
als separate Teile erstellt werden. Die Zahl der Stücke sollte unter 15 liegen.
b.HTML-Format:
Das Dokument sollte aus einem oder mehreren Teilen bestehen. Verweise (Links, Anchors)
dürfen nur innerhalb dieser gesetzt werden. Keine Links auf andere Dokumente! Die
Dokumente bzw. Dokumentteile werden alle in einem Directory gespeichert, d.h. alle Links
müssen relativ zu dem Directory ohne explizite Pfadangaben gesetzt werden.
Zulässige Multimedia-Formate:
Bilder und Grafiken: JPEG, TIFF, GIF, PNG
Video: MPEG, AVI
Audio: WAV
c..PDF-Format:
Dateien im PDF-Format können aus verschiedenen anderenDateiformaten mit Hilfe des
kommerziellen Adobe-Acrobat Programmpaketes erstellt werden. Das Adobe-Acrobat
Programmpaket kann von Angehörigen / Studierenden der Universität Hamburg an einem
Rechner der Staats- und Universitätsbibliothek Hamburg benutzt werden. Für eine
personelle Unterstützung bei der Konvertierung in das PDF-Format behält sich die SUB
Hamburg vor, Kosten in Rechnung zu stellen.
5 Fax 42838-3352; e-mail: diss@uni-hamburg.de