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Bereits heute lebt mehr als die Hälfte der Weltbevölkerung in Städten oder stadtähnlichen Ballungsräumen. Globale Umbruchprozesse, weltweite Migration und Wachstum der Städte haben dazu geführt, daß die Städte zu einem immer komplexeren Forschungsfeld werden.
Dies bedeutet, daß die Untersuchungseinheiten der Ethnologie und Volkskunde zunehmend nicht mehr nur mit lokalen Begrenzungen faßbar sind. Immer mehr räumlich zerstreute Gruppen bilden überregionale und transnationale Netzwerke mit vielfältigen Kommunikations- und Austauschbeziehungen.
Vor dem Hintergrund einer zunehmenden Komplexität urbaner Gebilde, einer wachsenden Differenzierung städtischer Lebensformen und dem Hervorbringen stets neuer kultureller Formen und Bedeutungen der Stadt, stellt sich die Frage nach der Wahrnehmung und Aneignung städtischer Umwelt.
An den Instituten für Ethnologie und Volkskunde der Universität Hamburg bestehen seit mehreren Jahren Forschungs- und Lehrschwerpunkte, die sich auf Fragen von interkulturellen Beziehungen u.a. bei Migranten und anderen nicht lokal gebundenen Gruppen in Städten konzentrieren. Bereits vor Jahren gab es Bestandsaufnahmen von Migrantengruppen und Organisa-tionen in Hamburg. Unsere Forschungsprojekte und Dissertationsvorhaben beschäftigen sich beispielsweise mit Netzwerken von Diaspora-Gemeinden, städtischen Brennpunkten und stadtethnologischen Fragestellungen im weltweiten Vergleich. Im Mittelpunkt steht die Frage nach kulturspezifischen Handlungsstrategien in Bezug zum umgebenden städtischen Kontext, in diesem Fall: der Stadt Hamburg.
Als Hafen- und Hansestadt war Hamburg seit jeher ein Zentrum der Ansiedlung »fremder« und nicht lokal gebundener Gruppen. Mit Formen urbaner Kultur beschäftigen sich sowohl die kulturwissenschaftlichen Fächer Ethnologie, Volkskunde, Kunstgeschichte, Musikwissenschaften etc., als auch etliche anderen Instituten wie z.B. Kulturgeographie, Forschungsstelle für Vergleichende Stadtforschung und der Studiengang Stadtplanung an der TU Harburg.
Die Tagung »Kulturwissenschaftliche Sichtweisen auf die Stadt« (vom 8. bis 10. Mai 1998 im Warburg-Haus) verbindet die jeweiligen urbanethnologischen Schwerpunkte der Institute für Ethnologie und für Volkskunde. Im Austausch mit Wissenschaftlern aus drei europäischen Ländern werden die Themenbereiche »Verortung und Begrenzung von Kultur in der Stadt« und »Wahrnehmung und Aneignung der städtischen Umwelt» diskutiert. Die Tagung soll einen facherübegreifenden Diskurs zum Thema Stadt weiter anregen.
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Tagungsort: Warburg-Haus Heilwigstr. 116 Anmeldekarten liegen ab Semesterbeginn im Institut aus. Abbildung: Mental-Map von Hamburg |
Im Rahmen der Tagung wird im Metropolis-Kino eine Filmreihe »Stadtbilder« angeboten:
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Freitag, 8.5.1998 21.15h |
»Mean Streets«, USA(1973) OmURegie: Martin Scorsese |
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Samstag, 9.5.1998 21.15h |
»Der Platz«, BRD (1997)Regie: Ulli Schüppel |
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Sonntag, 10.5.1998 21.15h |
»London«, GB (1994)Regie: Peter Keiller |
Tagungsprogramm
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Freitag 8.5. 1998 |
Begrüßung und Einführung |
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Nachmittag |
(je 30 Min. Vortrag mit anschließender Kurzdiskussion) |
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15.00h |
Begrüßung und Vorstellung der Referenten |
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15.30h |
Zur Ethnologie Urbaine in Frankreich. Ein Überblick |
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16.15h |
Räumliche urbane Gebilde.Die afrikanische Stadt |
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17.00h |
Die Stadt als Kunstwerk |
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Pause |
17.30h |
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18.15h |
Soundscape.Urbanität und Musik |
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19.00h |
Abschlußdiskussion |
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Samstag, 9.5.1998 |
Wahrnehmung und Aneignung der städtischen Umwelt I |
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Vormittag |
(je 30 Min. Vortrag mit anschließender Kurzdiskussion) |
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09.00h |
Wahrnehmung und Aneignung der städtischen Umwelt - Die Stadt im Kopf |
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09.45h |
El Zocalo: Das Zentrum der Metropole? Ethnographie eines Platzes von Mexico Stadt |
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10.30h |
Pause |
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11.00h |
Übergänge und Zwischenräume.Eine Phänomenologie von Stadtraum und »sozialer Bewegung« |
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11.45h |
Geographie der Exklusion.Soziale Räumlichkeit in Gibraltar |
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12.30h |
Abschlußdiskussion |
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Samstag, 9.5.1998 |
Verortung und Begrenzung von Kultur in der Stadt I |
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Nachmittag |
(je 30 Min. Vortrag mit anschließender Kurzdiskussion) |
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15.00h |
Diaspora. Zur ethnologischen Forschung in nicht räumlich begrenzten Gruppen |
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15.45h |
Verwandtschaft und Ethnizität im Plattenbau. Forschungsergebnisse aus dem Baltikum |
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16.30h |
Pause |
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17.00h |
Verräumlichung von Lebensstilen und sozialem Milieu |
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17.45h |
Perzeption und Funktion von städtischem Raum in multikulturellem Kontext. Ein Beispiel aus dem Südwesten der USA |
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18.30h |
Abschlußdiskussion |
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Sonntag 10.5.1989 |
Wahrnehmung und Aneignung der städtischen Umwelt II |
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9-15 Uhr |
(je 30 Min. Vortrag mit anschließender Kurzdiskussion) |
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09.00h |
Arbeit.Volkskundliche Sichtweisen auf ihre (groß)städtischen Ausprägung |
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09.45h |
Wohnen und Wohnkultur in der Stadt |
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10.30h |
Natur im Kopf |
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11.15h |
Pause |
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Verortung und Begrenzung von Kultur in der Stadt II |
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11.45h |
Zur Ethnographie der Stadtplanung |
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12.30h |
Armenische Gemeinden in Athen und Thessaloniki |
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13.15h |
Organisation der chinesischen Gemeinschaft in Orange County |
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14.00h |
Abschlußdiskussion zu den Methodenproblemen der Stadtethnologie |
