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Universität - Fachbereiche und wiss. Einrichtungen - FB Kulturgeschichte und Kulturkunde

Deutsche Einwanderer nach Deutschland als Themenbereich der volkskundlichen Migrationsforschung.
Eine Annäherung

Dietmar Fricke


Der Seminarkontext

Der vorliegende Text befaßt sich mit der Einwanderungsgruppe der Aussiedler bzw. Spätaussiedler als Feld der volkskundlichen Migrationsforschung. Er ist aus dem Seminar »Volkskundliche Migrationsforschung - Traditionen und Tendenzen«, das im Wintersemester 1997/98 am Institut für Volkskunde der Universität Hamburg mit Klaus Brake als Dozenten stattgefunden hat, entstanden. Der Ansatz dieses Seminars war ein erforschender. Es wurde nicht, wie es sonst die Regel darstellt, vom Dozenten den Teilnehmenden eine umfangreiche Literaturliste in die Hand gedrückt, sondern die Studierenden sollten eigenständig eine Literaturliste der deutschen volkskundlichen Migrationsforschung zusammenstellen.

Nach einer allgemeinen Diskussion über den Begriff der Migration (lat., Wanderung von Gruppen oder Einzelpersonen, für die verschiedene Gründe entscheidend sind) wurden Stichworte (bzw. Prozesse), die mit Ein- und Auswanderung zusammenhängen, wie z.B. Integration (Eingliederung), Akkulturation (Annehmen einer neuen Kultur), Segregation (Absonderung, selbstgewählt oder auf Druck), an die Studierenden verteilt.

Methodisch war das Seminar so aufgebaut, daß im ersten Drittel eine Literaturrecherche zum jeweiligen Stichwort erfolgen und daraufhin eine Bibliographie zusammengestellt werden sollte. Nachdem die gefundenen Monographien, Aufsatzsammlungen und einzelnen Aufsätze insgesamt zusammengetragen wurden, erfolgte die Aufteilung des Seminars in vier Arbeitsgruppen. Die erste befaßte sich mit den Auswanderern (Emigranten) aus Deutschland, die zweite nahm die Literatur über die nicht-deutschen Einwanderer (z.B. Arbeitsimmigranten) nach Deutschland in der Volkskunde unter die Lupe. Die dritte Arbeitsgruppe setzte sich mit der volkskundlichen Forschung über die deutschen Einwanderer nach Deutschland (z.B. Aussiedler/Spätaussiedler) auseinander. Die vierte Gruppe befaßte sich nicht mit einer grob zusammengefaßten Wanderungsgruppe, sondern damit, wie das Thema Migration allgemein in der Volkskunde theoretisch und begrifflich behandelt wurde/wird. Zum Abschluß trugen schließlich die Arbeitsgruppen ihre Ergebnisse vor.

Die Grundfragestellung bei der Betrachtung der recherchierten Texte war: Welche Richtungen/Tendenzen sowie Schwerpunkte haben sich sowohl in den Fragestellungen als auch in den methodischen Zugängen in der traditionellen und aktuellen volkskundlichen Migrationsforschung niedergeschlagen?

Folgende Kriterien waren für das Lesen der einzelnen wissenschaftlichen Texte zu berücksichtigen: Name des Autors, kompletter Titel des Textes, biographische Informationen zum Autor, bibliographische Informationen zum Autor und zum Thema, Thema des Beitrages (dies ist meist am Ende der Einleitung zu erkennen), Frage- und Problemstellung des Textes, Kernbegriffe der Argumentation heraussuchen und diese Kernbegriffe darstellen und das methodisches Vorgehen des Autors; dies kann z.B. ein empirisches, quellenbezogenes oder theoretisches sein.

Auf diesen Kriterien basieren zum Teil auch die Ausführungen über die beiden im folgenden exemplarisch untersuchten Aufsätze von Hermann Bausinger und Peter Assion. Den Rezensionen der beiden Texte ist hier zunächst eine allgemeine Einleitung in das Thema vorangestellt, die sich - gemäß dem von mir verfolgten Bereich - vor allem mit den Aussiedlern befaßt.

 
Allgemeine und juristische Einführung in diesen Themenbereich

Migration ist eine der ältesten Techniken der Menschheit zur Verbesserung der eigenen Lebensverhältnisse. Die Volkskunde befaßt sich besonders seit dem Zweiten Weltkrieg mit historischen und gegenwärtigen Migrationen breiterer Personengruppen und deren Folgen. Den Anstoß dazu gab die erste große Einwanderungswelle von ca. 12 Millionen Deutschen nach Westdeutschland bis zum Ende der 50er Jahre infolge von Flucht, Vertreibung und Umsiedlung aus den ehemaligen deutschen Ostgebieten und Osteuropa. Die zweite große Immigrationsbewegung der Nachkriegszeit, die in den 60er und 70er Jahren Millionen von Arbeitsmigranten (Gastarbeiter) vor allem aus Südeuropa mit ihren Familien in die Bundesrepublik führte, ist in der Forschung von ebenso großer Bedeutung. In der noch andauernden dritten Einwanderungswelle sind es seit 1989 vor allem hunderttausende Deutschstämmige aus Osteuropa, die sich in Deutschland ansiedeln. Dieser dritten Welle sind die Aussiedler/Spätaussiedler zuzurechnen, im besonderen die Rußlanddeutschen.

Auf dieser Gruppe der deutschen Einwanderer nach Deutschland liegt die schwerpunktmäßige Betrachtung der aktuellen volkskundlichen Migrationsforschung, vor allem der sogenannten »ostdeutschen Volkskunde«.

Die Zuwanderung von Aussiedlern ist als eine Spätfolge des Zweiten Weltkrieges zu betrachten. Sudetenland, Banat (heute Rumänien), Wolgagebiet usw. sind Gebiete, in denen deutsche Volksgruppen außerhalb der Reichs- bzw. Bundesgrenzen teilweise über mehrere Generationen in geschlossenen deutschen Siedlungsräumen lebten. Von dem Rechtsanspruch, aufgrund des spezifischen Status als Aussiedler in die Bundesrepublik zu kommen, haben bis Ende 1996 rund 3,7 Mill. Menschen Gebrauch gemacht. Davon sind von 1950 bis 1987 nur ca. 1,4 Mill., im Durchschnitt ca. 35.000, und zwischen 1988 und 1996 ca. 2,3 Mill. zugewandert. Von 1950 bis 1989 kamen fast zwei Drittel aus der Republik Polen. Bis 1956 lag der Jahresdurchschnitt insgesamt bei 23.000, für die Republik Polen bei 10.000. Nur für die Jahre 1957 und 1958 war die Zahl der Aussiedler aus Polen besonders hoch: ca. 98.000 bzw. ca. 117.500. Die Ursache dieser hohen Zahlen liegt darin begründet, daß durch die Vermittlung des Deutschen Roten Kreuzes 1955 von der polnischen Regierung die Möglichkeit der Familienzusammenführung zugestanden wurde. Dies führte zu einer »Aufbruchstimmung« und einer verstärkten Abwanderung.

Der Anteil der Herkunftsländer hat sich seit diesem Zeitraum völlig verändert. Deshalb können zwei Zuwanderungsphasen unterschieden werden: Der Zeitraum bis 1989, in dem die Zuwanderung durch die Aussiedler aus Polen bestimmend ist, und die Phase ab 1990, die durch die Zuwanderung aus den Republiken der ehemaligen Sowjetunion und dort seit 1992 durch den Zugang aus Kasachstan geprägt ist (für die Jahre 1992 bis 1996 waren es 50% bis 55% der Gesamtzahl der Aussiedler, die aus Kasachstan kamen). Die Ursachen und Bedingungen sowie den juristischen Rahmen dieser Entwicklung will ich nun skizzieren.


Die politisch gewünschte Zuwanderung von Aussiedlern basierte seit Bestehen der Bundesrepublik auf einem parteipolitischen Konsens und hatte bis zum Zusammenbruch des Kommunismus in den Ostblockstaaten jährlich nur einen geringen Umfang.

Aussiedler/Spätaussiedler sind Migranten, die aufgrund ihrer deutschen Staats- oder Volkszugehörigkeit ein in der Verfassung und Gesetzgebung garantiertes Recht wahrnehmen, nach Abschluß der allgemeinen Vertreibungsmaßnahmen am Ende des Zweiten Weltkrieges bis 1989 auf der Basis von bilateralen Verträgen aus dem Ostblock nach Deutschland »zurückzukehren«. Mit dem Zusammenbruch der Sowjetunion und anderer Ostblockstaaten nach 1989 wurde den Aussiedlern die Einwanderung nach Deutschland aufgrund besserer Ausreisemöglichkeiten erleichtert. Die Begriffe Aussiedler/ Spätaussiedler sind etwas irreführend, da mit »Aussiedlung« in der Rechtsprechung das Verlassen der »angestammten« Heimat (auch durch Gewaltandrohung und -einsatz) gemeint ist. Die hier gemeinte »Aussiedlung« liegt jedoch meist Jahrhunderte zurück. Aussiedler sind eigentlich »Rückwanderer« in die Heimat der Vorfahren. In dem angloamerikanischen Begriff »(german) resettlers« wird dies z.B. sehr viel präziser ausgedrückt. Der Historiker Klaus J. Bade spricht deshalb von »Rückwanderern« über Generationen hinweg.1 Aussiedler sind Deutsche im Sinne des Art. 116 Abs. 1 GG, der folgenden Wortlaut hat:

(1) Deutscher im Sinne dieses Grundgesetzes ist vorbehaltlich anderweitiger gesetzlicher Regelung, wer die deutsche Staatsangehörigkeit besitzt oder als Flüchtling oder Vertriebener deutscher Volkszugehörigkeit oder als dessen Ehegatte oder Abkömmling in dem Gebiet des deutschen Reiches nach dem Stand vom 31. Dezember 1937 Aufnahme gefunden hat.

(2) Frühere deutsche Staatsangehörige, denen zwischen dem 30. Januar 1933 und dem 8. Mai 1945 die Staatsangehörigkeit aus politischen, rassischen oder religiösen Gründen entzogen worden ist, und ihre Abkömmlinge sind auf Antrag wieder einzubürgern. Sie gelten als nicht ausgebürgert, sofern sie nach dem 8. Mai 1945 ihren Wohnsitz in Deutschland genommen haben und nicht einen entgegengesetzten Willen zum Ausdruck gebracht haben.

Dieser Artikel ist vor dem Hintergrund der unübersichtlichen Nachkriegssituation Deutschlands entstanden, als aufgrund von Flucht, Vertreibung, Umsiedlung und der neuen Grenzen in Osteuropa für Millionen Menschen ihre Staatsangehörigkeit ungeklärt war. Nur mit einer großzügigen Regelung durch die rechtliche Gleichstellung von Flüchtlingen und Vertriebenen deutscher Volkszugehörigkeit mit den Einheimischen konnte eine politische Handlungsperspektive der gesellschaftlichen Eingliederung erreicht werden.

Die Anerkennung als Aussiedler setzt die deutsche Staatsangehörigkeit oder die deutsche Volkszugehörigkeit sowie einen gegen die deutsche Minderheit gerichteten Vertreibungsdruck als Spätfolge des Zweiten Weltkrieges und der damit verbundenen Aufgabe des Wohnsitzes voraus. Dieser Vertreibungsdruck wurde jedoch grundsätzlich bis 1990 für alle Aussiedlungsgebiete angenommen. Erst auf dem Hintergrund der politischen Veränderungen in Osteuropa, insbesondere der Demokratisierungsprozesse und der den Minderheiten eingeräumten Rechte, wurde der für alle Aussiedlungsgebiete fortdauernde Vertreibungsdruck in Frage gestellt. Denn die Gleichstellung von Aussiedlern und Vertriebenen, wie es das Bundesvertriebenengesetz (BVFG) von 1953 (umfangreich überarbeitet im Jahre 1971) vorsah, schien nicht mehr gerechtfertigt. Aussiedler unterscheiden sich ja dadurch von Vertriebenen, daß sie das Herkunftsgebiet »freiwillig« verlassen.

Entscheidend für die Anerkennung als deutscher Volkszugehöriger ist, sich trotz Widrigkeiten zum deutschen Volkstum bekannt zu haben: »Deutscher Volkszugehörigkeit im Sinne dieses Gesetzes ist, wer sich in seiner Heimat zum deutschen Volkstum bekannt hat, sofern dieses Bekenntnis durch bestimmte Merkmale, wie Abstammung, Sprache, Erziehung, Kultur bestätigt wird« (§ 6 BVFG). Bedeutend ist der in diesem Paragraphen des Bundesvertriebenengesetzes zum Ausdruck kommende Bekenntnisdruck, der die Vertriebeneneigenschaft an ein Bekenntnis zur »deutschen Kultur« koppelt. Zu bemerken ist, daß die inhaltliche Definition der Volkszugehörigkeit im Bundesvertriebenengesetz weiterhin im wesentlichen auf einem Runderlaß2 des Reichsministeriums des Innern von 1933 basiert. Darin heißt es: »Deutscher Volkszugehörigkeit ist, wer sich selbst als Angehöriger des deutschen Volkes bekennt, sofern dieses Bekenntnis durch bestimmte Tatsachen, wie Sprache, Erziehung, Kultur usw. bestätigt wird«3. Diese Definition ist dem § 6 des BVFG sehr ähnlich, in dem allerdings das Merkmal der Abstammung explizit genannt wird und damit betont wird, daß die deutsche Volkszugehörigkeit über das Abstammungsprinzip, das »jus sanguinis« vererbt wird. Der Nachweis der (ehemaligen) deutschen Staatsangehörigkeit kann über Personenstandsurkunden (Geburts-, Heiratsurkunden) oder über Personalakten (beispielsweise erhaltene Akten der deutschen Wehrmacht) geführt werden; in den ehemaligen deutschen Ostgebieten jenseits von Oder und Neiße können ca. 50% der Aussiedler die deutsche Staatsangehörigkeit durch Geburt nachweisen. Die »deutsche Volkszugehörigkeit« ist genauer im BVFG

(§ 1, Absatz 2) geregelt: Als Vertriebener gilt »wer als deutscher Staatsangehöriger oder deutscher Volkszugehöriger nach Abschluß der allgemeinen Vertreibungsmaßnahmen ... die zur Zeit unter fremder Verwaltung stehenden Ostgebiete, Danzig, Estland, Lettland, Litauen, die Sowjetunion, Polen, die Tschechoslowakei, Ungarn, Rumänien, Bulgarien, Jugoslawien, Albanien oder China verlassen hat oder verläßt ...«. Hier werden die Aussiedlungsgebiete, die es jetzt zum Teil in dieser Form nicht mehr gibt, geographisch genannt.

Im Jahre 1988 stieg die Gesamtzahl der Aussiedler sprunghaft auf ca. 200.000 an und erreichte 1990 den Höchststand mit ca. 397.000. Die deutschen Volkszugehörigen aus Osteuropa machten von ihrer spezifischen Rechtsposition als Einwanderer mit dem Anspruch auf Eingliederungshilfen, wie sie im Bundesvertriebengesetz von 1953/1971 formuliert sind, aufgrund der Ausreisemöglichkeiten Gebrauch. Das Bundesvertriebenengesetz wurde später modifiziert und ergänzt, um diese Zuwanderung zu steuern. Bis dahin reisten viele Personen, die den Aussiedlerstatus erlangen wollten, überwiegend mit einem Touristenvisum ein und stellten hier einen Antrag auf Anerkennung als Vertriebene. Da die Ausgabe von Touristenvisa nicht beeinflußt werden konnte, hatte die bundesdeutsche Verwaltung bis dahin keine Regulierungsmöglichkeiten.

Der zu verzeichnende Rückgang der Aussiedlerzahlen von ca. 397.000 im Jahr 1990 auf ca. 222.000 im Jahr 1991 ist vor allem auf das seit 1. Juli 1990 geltende Aussiedleraufnahmegesetz zurückzuführen. In diesem Gesetz wird nicht nur der zuzugsberechtigte Personenkreis eingeschränkt, sondern auch das Aufnahmeverfahren geändert: die Aussiedler müssen ihren Aufnahmeantrag vor der Einreise von den Aussiedlungsgebieten aus stellen. Damit ist den deutschen Behörden eine Möglichkeit zur expliziten Steuerung der quantitativen Zuwanderung von Aussiedlern geschaffen worden. Die Zugangszahlen der Jahre 1991 (ca. 220.000) und 1992 (ca. 230. 600) zeigen, daß für diese beiden Jahre das Bundesverwaltungsamt in Köln, das über die Aufnahmeanträge entscheidet, eine massive Steuerungsfunktion wahrgenommen hat. Denn beim Bundesamt lagen z.B. 1991 ca. 520.000 Anträge vor, die noch nicht entschieden waren. Die faktischen Aufnahmezahlen dieser beiden Jahre erhielten für die folgenden Jahre normierende Kraft (vgl. § 27.3. des BVFG).

Ein weiteres Steuerungsinstrument für die Zuwanderung von Aussiedlern hat die bundesdeutsche Aussiedler-Politik dadurch geschaffen, daß durch verschiedene Unterstützungsmaßnahmen der Verbleib von Deutschen in den Aussiedlungsländern gefördert wird.

Mit dem am 1. Januar 1993 in Kraft getretenen Kriegsfolgenbereinigungsgesetz (KfbG) wurde der politischen Situation, die als »Ende der Nachkriegszeit« bezeichnet werden kann, Rechnung getragen und die Aufnahme von Aussiedlern auf eine neue Rechtsbasis gestellt. Durch das Kriegsfolgenbereinigungsgesetz wurden die Aussiedler innerhalb des Vertriebenengesetzes abgesondert. Die nach Inkrafttreten des Gesetzes eintreffenden Aussiedler werden als »Nachzügler der allgemeinen Vertreibung« Spätaussiedler genannt. Als Spätaussiedler kann nur noch anerkannt werden, wer vor dem 1. Januar 1993 geboren ist; wer später geboren ist, wird nur noch als »Abkömmling« aufgenommen, wenn er/sie mit den Eltern einreist. Das Kriegsfolgenbereinigungsgesetz verfügt die Abschaffung einiger bisheriger Gesetze zur Eingliederungshilfe. Entscheidende Neuerung ist die Abschaffung des Vertriebenenstatus für Aussiedler. Das Bundesvertriebenengesetz, das weiterhin gültig ist, hat deshalb für Spätaussiedler, die seit 1993 einreisen, keine Funktion mehr, da sie nicht mehr als Vertriebene anerkannt werden. Der tatsächliche Vertreibungsdruck in den Herkunftsländern wurde damit aber nicht abgeschafft.

Der hohe Anteil der Aussiedler aus den Staaten der ehemaligen Sowjetunion ab 1990 hängt u.a. damit zusammen, daß in der neuen Asylgesetzregelung von 1992 festgelegt wurde, bei Antragstellern aus diesen Ländern das fortwirkende Kriegsfolgenschicksal zu unterstellen, während dies bei Anträgen aus anderen Aussiedlungsgebieten eingehend nachzuweisen ist. So mußten z.B. Aussiedler aus Polen, Ungarn oder Rumänien glaubhaft machen, daß sie noch Benachteiligungen aufgrund der deutschen Volkszugehörigkeit unterliegen; bei diesen Personengruppen wird also nicht automatisch ein Vertreibungsdruck angenommen.

Bis 1996 mußte die Voraussetzung für die Aussiedlereigenschaft bei den Rußlanddeutschen nicht individuell geprüft werden. Erst seit einem Urteil des Bundesverwaltungsgerichts von 1996 müssen auch die Rußlanddeutschen vorweisen, daß ihnen die deutschen Sprache vermittelt wurde und es werden Sprachtests durchgeführt. Wer diesen Test besteht, kommt beschleunigt in das Aufnahmeverfahren. Wer ihn in Deutschland nicht besteht, dem/der kann der Aufnahmebescheid mit der Konsequenz entzogen werden, nur den Ausländerstatus zu besitzen. Durch die genannte gesetzliche Einschränkung kamen im Jahre 1996 nur noch ca. 117.000 Spätaussiedler. Auch die Zahl der Aufnahmeanträge ist erheblich zurückgegangen. Die Gesamtzahlen der jährlichen Aussiedlerzuwanderung der letzten Jahre zeigen deutlich den Hauptanteil der Rußlanddeutschen und die Auswirkungen der bewußt geregelten Zuwanderungssteuerung durch die geschilderten gesetzlichen Regelungen:

1990: insgesamt 397.073, aus Ländern der ehemaligen UdSSR 147.950
1991: insgesamt 221.995, aus Ländern der ehemaligen UdSSR 147.320
1992: insgesamt 230.565, aus Ländern der ehemaligen UdSSR 195.576
1993: insgesamt 218.888, aus Ländern der ehemaligen UdSSR 207.347
1994: insgesamt 222.591, aus Ländern der ehemaligen UdSSR 213.214
1995: insgesamt 217.898, aus Ländern der ehemaligen UdSSR 209.409
1996: insgesamt 177.751, aus Ländern der ehemaligen UdSSR 172.1814
Zahlen des Bundesverwaltungsamtes in Köln4

Gerade weil die Aussiedler eine so große Wanderungsgruppe nach Deutschland in den letzten Jahren darstellen, sie als ein Massenphänomen bezeichnet werden können, sind sie für die volkskundliche Forschung von Interesse. Im folgenden werden zwei Aufsätze aus der volkskundlichen Forschung zu diesem Thema exemplarisch in ihrem Forschungsansatz und ihrer Forschungsrichtung untersucht werden:

Hermann Bausinger: Aussiedler und Ausländer5

Hermann Bausinger ist emeritierter Professor für Deutsche Volkskunde und wohnt in Tübingen. Geboren wurde er am 17. Sept. 1926 in Aalen/Württemberg. Seine Promotion legte er 1952 in Tübingen ab. Seit diesem Jahr war er Assistent an der Universität Tübingen. Ab 1959 wurde Bausinger Dozent, und ab 1960 bis 1992 war er Professor des Ludwig-Uhland-Instituts für Empirische Kulturwissenschaften der Universität Tübingen. Von ihm stammen zahlreiche Veröffentlichungen zur Volkskunde, Kulturgeschichte und zur Kultur- und Sprachsoziologie. Zur volkskundlichen Forschung hat Bausinger einige grundlegende Veröffentlichungen verfaßt. Dazu gehören beispielsweise seine Dissertation »Lebendiges Erzählen. Studien über das Leben volkstümlichen Erzählgutes auf Grund von Untersuchungen im nordöstlichen Württemberg» (Tübingen 1952) und vor allem seine Habilitationsschrift »Volkskultur in der technischen Welt« (Stuttgart 1961, 2. Auflage 1986).

Zum Themenbereich Migration war Bausinger schon in den 1950er Jahren empirisch in der Forschung tätig. Er war später Leiter des von der Stiftung Volkswagenwerk finanziell unterstützten Forschungsprojektes »Orientierungsmuster ausländischer Arbeiterfamilien im Migrationsprozeß« und des Kleinprojektes »Kultur kontrastiv«. Er hielt u.a. Lehrveranstaltungen zu interkulturellen Problemen und zu Fragen der kulturellen Identität.6 Der hier behandelte Text ist in dem Band »Kultur anthropologisch« erschienen, der 1989 als Festschrift zum 60. Geburtstag von Ina-Maria Greverus in der Schriftenreihe des Instituts für Kulturanthropologie und Europäische Ethnologie der Universität Frankfurt am Main (»Notizen«), wo Frau Greverus lehrte, herauskam. Der Titel des Bandes steht für das Programm der enthaltenen Aufsätze. Es geht um den kulturschaffenden Menschen und seine Bedürfnisse und Verwirklichungsmöglichkeiten; der Mensch als Schöpfer und Geschöpf von Kultur, also um kulturelle Identitäten.

Der Aufsatz von Bausinger findet sich in dem thematischen Abschnitt »Brüche, Gesellschafts- und Kulturkonflikte«.

Bausinger verweist darauf, daß das Thema »Aussiedler und Ausländer« auf Problemfelder deute, in denen mehr empirische Forschungen als bisher angebracht seien, da gerade diese Thematik zeige, wie eng Wissenschaft und Öffentlichkeit zusammenhängen. Er fordert von der Volkskunde, daß sie sich diesem Gegenstand öffentlichen Interesses zuwendet und sich nicht aus ihm »heraushält«. Die öffentliche Diskussion um Ausländer und Aussiedler sei auf klare Vorstellungen angewiesen; die Vorarbeit dafür solle u.a. die Volkskunde mit Definitionen, theoretischen Erwägungen und empirischer Forschung leisten. Bausinger geht es um die Beziehung und den Vergleich, der zwischen den beiden Bevölkerungsgruppen Ausländer und Aussiedler gezogen wird. Bei öffentlichen Diskussionen spiele häufig die Kontrastierung der beiden Gruppen eine wesentliche Rolle. Das sei keineswegs selbstverständlich, denn die beiden Begriffe seien auf verschiedenen Ebenen angesiedelt und schlössen sich keineswegs aus: Aussiedler können auch Ausländer sein, und Ausländer können auch Aussiedler sein, so Bausinger. Die Unterscheidung der beiden Personengruppen finde häufig über eine juristische und kulturelle Definition (deutsche Staatsbürgerschaft und kulturelle Volkszugehörigkeit) statt. Die Grundzüge hiervon sind für die Aussiedler oben bereits dargelegt worden. Bausinger wirft die Grundfrage auf: »Warum ist ein Mensch aus der Sowjetunion oder aus Rumänien mehr Deutscher als ein Spanier oder Türke, der seit zwanzig Jahren hier lebt? Kultur ist etwas, was man im Alltag erlebt, und das ist substantiell für die Persönlichkeit/Identität«. Bausinger spricht in diesem exemplarisch ausgewählten Zitat also die über den Alltag vermittelte kulturelle Angleichung an.

Im folgenden versucht Bausinger, thesenartig einige Hinweise für die Beschäftigung mit den beiden differenten Gruppen zu geben. Hierfür wendet er die Kernbegriffe seiner Argumentation, die objektiven und subjektiven Faktoren bei der Beurteilung beider Gruppen, an. Die Feststellung, daß z.B. Spätaussiedler Deutsche seien, unterstelle eine deutsche Volkszugehörigkeit; dies ist laut Bausinger als ein objektiver Tatbestand zu betrachten. Der objektive Tatbestand werde zum einen juristisch erfaßt, aber auch durch die historische Herkunft. Mit der Herkunft sei nicht nur die Abstammung gemeint, sondern auch die kulturelle Herkunft. Zur kulturellen Herkunft seien Faktoren wie die Sprache, einzelne Brauchtraditionen, religiöse Besonderheiten und Erscheinungsweisen des Alltags (wie z.B. Wohn- und Kleidungsformen) zu zählen. Dies sind auch die Kriterien, die bei der Auswahl von Aussiedlern von der Gesetzgebung angesetzt werden. Gerade dies sind meiner Ansicht nach traditionelle Forschungsbereiche der Volkskunde, bei denen sie ansetzen kann, die sie insbesondere als Kriterien zur Beurteilung von Identität zu hinterfragen hat.

Die Selbsteinschätzung von Aussiedlern, sich als Deutsche zu fühlen, sei hingegen eine subjektive Einordnung. In diesem Bereich geht es laut Bausinger um die Einschätzung der eigenen Identität. Hier könne die Volkskunde, vor allem als empirische Forschung (Interviews, Befragungen), ansetzen.

Bausinger betont den Aspekt, daß zwischen objektiven Gegebenheiten und subjektiven Einstellungen, also zwischen den Fremd- und Selbstzuweisungen, eine Wechselwirkung und ein Zusammenhang bestehen könne. Für ihn sei es möglich, daß objektive und subjektive Bestimmungen auseinanderfallen. Berufliche Erfordernisse, schulische Voraussetzungen und andere Rahmenbedingungen hätten verschiedentlich dazu geführt, daß z.B. der deutsche Sprachgebrauch bei jetzigen Aussiedlern auf ein Minimum beschränkt sei, vor allem bei der jüngeren Generation, die vielfach russisch als Muttersprache hat. Die Selbsteinschätzung »deutsch« ginge damit nicht automatisch verloren; sie könne sich bis zu einem gewissen Grad von den objektiven Vorgaben, zu der die Sprache zählt, lösen. Allerdings sei man in solchen Fällen versucht, sofort weiterzufragen, was denn diese Selbsteinschätzung ermögliche - dies verweist laut Bausinger auf die Dialektik von objektiven Gegebenheiten und subjektiver Einschätzung. Das könne im Extremfall ausschließlich die Ausgrenzung und Etikettierung durch die staatliche Instanz sein, vielleicht auch die Ausgrenzung durch andere Teile der Bevölkerung im Aussiedlungsgebiet- oder positiv ausgedrückt: die Aufrechterhaltung der von den Aussiedlern als »deutsch« verstandenen Verhaltensweisen und Eigenschaften im Alltagsleben als Abgrenzung gegenüber den anderen Bevölkerungsgruppen, wodurch sich ein Gefühl des Andersseins entwickele.

Im nächsten Abschnitt erörtert Bausinger, welche kulturellen Felder für eine ethnische Sonderung/Differenzierung maßgebend sind. Die Sprache sei immer wieder an die erste Stelle gerückt worden, da sie von allen kulturellen Elementen die größte Reichweite habe. Die Sprache modifiziere zudem bis zu einem gewissen Grade auch alle weiteren kulturellen Äußerungsformen. Die Religion sei als zweiter sehr wichtiger kultureller Einflußfaktor zu nennen, da sie das Leben einer Gruppe bis in ihre alltäglichsten Verrichtungen durchdringen könne.

Ein anderer Versuch, zu einer verbindlichen Unterscheidung zu gelangen, geht für Bausinger von der Unterscheidung zwischen öffentlichen (und damit sichtbaren) und privaten kulturellen Formen aus. Auch hier sei eine klare Priorität einer Ausformung schwierig zu bestimmen.

Für Bausinger sind dennoch allgemeine Erwägungen zur Rangfolge kultureller Formen insoweit unentbehrlich, als Kulturanalyse immer auch vergleichende Analyse ist. Aber vermutete Analogien seien zu überprüfen, und praktisch sähen die Hierarchien in jedem konkreten Fall wieder anders aus. Bausinger verweist darauf, daß der politische Handlungsbedarf gewisse Normierungen und damit auch gewisse Pauschalierungen der beiden Gruppen erfordere. Ein Richtmaß könnte und sollte seiner Meinung nach sein, daß subjektiven Bestimmungsgründen tendenziell der Vorrang gegenüber objektiven Sachverhalten eingeräumt werden muß. Die Gegebenheiten seien im einzelnen zu untersuchen: es gebe weder »die« Aussiedler noch »die« Ausländer.

Als Abschluß vergleicht Bausinger den wissenschaftlichen und vor allem öffentlichen Umgang im Bereich der Zuweisungen von Identitäten zwischen dem angelsächsischen Raum und der deutschen Handhabung. Im angelsächsischen Kulturraum wird die Zugehörigkeit zu einer Nation, einer Kultur, einer ethnischen Gruppe in erster Linie als Ergebnis individueller Entscheidungen gewertet. In Deutschland herrsche in der Politik wie auch in der Forschung die Tendenz vor, durch Fremdzuweisungen Zugehörigkeit an wirklich oder vermeintlich objektiven Merkmalen festzumachen, zu sehen z.B. am Staatsbürgerrecht. Eine innovative Betrachtungsweise wäre, Volkszugehörigkeit als Prozeß zu betrachten.

Das Vorgehen Bausingers in diesem Text ist ein theoretisches. Im Aufsatz werden weder Einzelforschungen ausgebreitet noch konkrete Forschungsdesigns/Fragestellungen entwickelt. Der Text beinhaltet vielmehr einige prinzipiellere Überlegungen, die solchen Forschungen vorgelagert sind. Eine Kritik ist dahingehend anzusetzen, daß Bausinger selbst zum Themenbereich Ausländer/Aussiedler nach 1989 keine konkreten Forschungen bzw. Forschungsergebnisse folgen ließ. Da er sich aber thematisch neben der Gruppe der Ausländer bzw. Arbeitsmigranten, mit denen er sich vorher in mehreren Publikationen schon beschäftigt hat, in diesem Aufsatz auch erstmals mit der Einwanderungsgruppe der Aussiedler beschäftigt, wirkt der Text eher wie ein Gelegenheitsaufsatz. Dafür spricht außerdem, daß die Perspektive des Aufsatzes sehr allgemein gehalten ist und Bausinger z.B. nicht konkret davon spricht, wo für zukünftige volkskundliche Forschungen neue Ansätze liegen. Er erwähnt lediglich, daß in diesem Themenbereich in der Volkskunde mehr empirische Forschung mit einer einhergehenden Betonung der angesprochenen subjektiven Merkmale angezeigt und es wünschenswert wäre, wenn sich das Fach mehr in die öffentlichen Diskussionen einschalten würde.

 
Peter Assion: Rußlanddeutsche in Freiburg im Breisgau7

Peter Assion war Professor für Volkskunde, zuletzt ab 1991 an der Universität Freiburg im Breisgau. Er wurde am 5. August 1941 in Walldürn geboren und verstarb am 1. April 1994. Von 1961-1969 studierte er Germanistik, Romanistik, Politische Wissenschaften und Volkskunde an der Freien Universität Berlin und an der Universität Heidelberg. 1969 legte er seine Promotion in Heidelberg ab, 1975 habilitierte er am gleichen Ort. Von 1970-1980 war er Mitarbeiter und bald Leiter der Badischen Landesstelle für Volkskunde in Freiburg und ab 1975 nebenamtlich Privatdozent an der Universität Heidelberg. Von 1980-91 war Assion Professor für Europäische Ethnologie und Kulturforschung an der Universität Marburg. Neben seinem vorrangigen Forschungsfeld in dieser Zeit, der Arbeiterkulturforschung, war sein zweiter grosser Schwerpunkt das vorindustrielle Phänomen der Massenauswanderung von Deutschen in die USA. Assion erarbeitete mit seinen Studierenden ein »Auswanderungs-Archiv« und vergab Seminar- und Examensarbeiten zu diesem Thema. Er selbst veröffentlichte zum Bereich »Auswanderung« - speziell aus Hessen - mehrere Aufsätze und Bücher. Bei Aufenthalten in den USA machte er Nachlässe von Auswanderern in Archiven ausfindig. Weitere Studien zur Auswanderungsforschung führten ihn nach Kanada und mehrfach nach Südafrika. Über deutsche Auswanderer nach Südafrika publizierte Assion ebenfalls. Als er 1992 den Vorsitz der »Kommission für ostdeutsche Volkskunde« übernahm und zudem 1993 im Nebenamt noch die Leitung des »Johann-Künzig-Instituts für ostdeutsche Volkskunde«, wollte er in diesen Kontexten internationale Wanderbewegungen der Gegenwart, u.a. die derzeitige Remigration von Deutschstämmigen aus Rußland bzw. Sibirien und Rumänien untersuchen. Insbesondere die Probleme der Akkulturation dieser Aussiedler in den Aufnahmeländern interessierte ihn. In dieser Forschungsphase entstand auch der im folgenden untersuchte Text über die Rußlanddeutschen in Freiburg.

Dieser Text ist als Bericht über ein spezielles Forschungsprojekt des Freiburger Instituts für Volkskunde zur Integrationsproblematik der Spätaussiedler erschienen.

Peter Assion beginnt den Bericht mit einer kurzen Einleitung in die Thematik der Spätaussiedlung. Darauf stellt er das Forschungsprojekt vor und wie es sich entwickelt hat. Das Projekt basiert auf zwei Seminaren, die Assion in Freiburg mit Studierenden abgehalten hat. Im Wintersemester 1991/92 führte das Seminar »Menschen unterwegs« theoretisch-methodologisch in die Migrations- und Integrationsproblematik von Auswanderern, Aussiedlern, Vertriebenen usw. ein. Daran schloß sich im Sommersemester 1992 das speziellere Seminar »Rußlanddeutsche in Baden« an, in dem fachspezifische Fragestellungen zur rußlanddeutschen Zuwanderung entwickelt wurden. Peter Assion erarbeitete mit den Teilnehmern dieses Seminars zwei Schwerpunktfragestellungen: 1. Welche Rolle spielte Deutschland in der Gefühls- und Vorstellungswelt der Aussiedler vor ihrer Ausreise, und gab es tradierte »Deutschlandbilder«, die bei der Auswanderung motivierend wirkten? 2. Wie wird von den Ankömmlingen das »reale« Deutschland erlebt, und wie wird der anzunehmende »Zusammenstoß« von Werthaltungen und -begriffen, die ihre eigene »östliche« Geschichte haben, mit der Lebensweise und Wertewelt im industriell hochentwickelten Westen verarbeitet?

Im folgenden stellt Assion aus den empirisch erarbeiteten Protokollen die Forschungsergebnisse vor, die von den beiden oben genannten Grundfragestellungen ausgehen. Die Ergebnisse werden von ihm kommentiert und interpretiert. Zum Vergleich wurden die Befunde des »Monitor-Projektes« mit heran gezogen.8 Der Ergebnisteil des Berichtes ist in seinen einzelnen Abschnitten nach den beiden Grundfragestellungen ausgerichtet. Der erste Abschnitt hat das Selbstbild der Rußlanddeutschen zum Thema. In ihm trägt Assion als Hauptergebnis vor, daß die befragte Gruppe von Rußlanddeutschen sich eindeutig als Deutsche verstehe. Sie selbst grenze sich von den Bevölkerungsgruppen der ehemaligen Sowjetunion durch ihre Deutschsprachigkeit ab. Darüberhinaus definierten sich die Befragten selbst über die von ihnen als »typisch deutsch« angesehenen Sekundärtugenden als eigenständige Gruppe, sowohl im Herkunftsgebiet vor ihrer Ausreise als auch in Deutschland nach ihrer Ankunft. Ihr Selbstverständnis machten sie dabei an Herkunft, Geschichte, Sprache, Brauchtum usw. fest, vor allem aber an einer Reihe positiver Eigenschaften, die als »typisch deutsch« herausgestellt würden. Zusammengenommen ergäben diese Eigenschaften ein Tugendbündel, das während der Zeit in Rußland bzw. in der ehemaligen UdSSR motivierende und zielorientierende Funktion gehabt haben müsse. Die zugeschriebenen Charakteristika würden in der heutigen Erinnerung als »urdeutsch« fortleben und zur Zeit Befremden darüber erzeugen, daß die Deutschen im Westen gar nicht mehr »so deutsch« seien, wie man es jenen Tugend-Stereotypen gemäß erwartet habe. Im einzelnen seien immer wieder die folgenden »deutschen« Eigenschaften benannt worden: Schaffenseifer, Fleiß, praktische Intelligenz, Ehrlichkeit, Sinn für Sauberkeit, Ordnung und Schönheit auch im Alltag. Es wird von den Befragten berichtet, daß insbesondere die Arbeitswilligkeit der Deutschen stets von den Russen geschätzt worden sei, und noch in den letzten Jahren seien die Ausreiseanträge verschleppt worden, »weil die Deutschen so gute Arbeitskräfte waren« und man sie nicht verlieren wollte. Assion stellt fest, daß der Wert des »Schaffens« ein tief verinnerlichter sei und jetzt auch im Westen die Lebenseinstellung dieser Rußlanddeutschen präge. Ein weiterer wichtiger Aspekt sei, daß die »deutschen« Qualitäten fast immer von den Eigenschaften der Russen, Ukrainer, Kasachen, Kirgisen usw. abgesetzt würden; zum Ausdruck gebracht in erzählten Geschichten und Anekdoten. Diese Absetzung von den anderen Bevölkerungsgruppen in ihrem Wohnort vor der Rückwanderung verschaffe ihnen laut Assion noch ein schärferes Profil.

Der zweite Abschnitt der geschilderten Resultate behandelt die Situation der befragten Personen vor ihrer Ausreise. Assion stellt durch die Befragungen fest, daß sich nach dem 2. Weltkrieg die diskriminierende Gleichsetzung von »Deutscher« und »Faschist« noch jahrzehntelang erhalten hat. Diese machte sich durch Beschimpfungen z.B. auf den Ämtern und in der Öffentlichkeit bemerkbar und dadurch, daß die deutschen Minderheiten in den Betrieben von der Auszahlung besonderer Prämien ausgeschlossen blieben. Am meisten hätten die Kinder unter dieser Situation zu leiden gehabt. Im Hinblick auf eine bessere Zukunft für die Kinder habe man mit diesen auch zu Hause meist russisch gesprochen: zur Beschleunigung der kulturellen Anpassung, die man für unumgänglich hielt. (Hier ist übrigens treffend einer der Gründe geschildert, warum vor allem viele junge Rußlanddeutsche kaum oder gar nicht deutsch sprechen können). Die Älteren wären unter dem Eindruck der Anfeindungen intern enger zusammen gerückt und hätten religiöse Traditionen heimlich ausgeübt. Ab etwa 1973 sei dann ein Rückgang der Diskriminierung zu beobachten gewesen. Dieser Trend sei durch die Perestroika jäh unterbrochen worden, da sie bei den bisher von den Russen unterdrückten und russifizierten Völkern einen Nationalismus wach werden ließ, der auch wiederum die Deutschen getroffen habe. Statt Russisch sollten sie nun Kasachisch oder Kirgisisch sprechen, d.h. die Staatssprachen der sich abspaltenden neuen Staaten. Assion erklärt, daß diese neue Welle deutschfeindlicher Diskriminierung ernstgenommen werden müsse, da sie für viele Auswanderungsentschlüsse den letzten Ausschlag gebe. Auf der anderen Seite locke der Westen freilich auch mit seinem Wohlstand und den von dort kommenden Nachrichten, daß in den Geschäften alles zu haben sei. Bei den Interviews sei die ökonomische Motivation allerdings erst auf mehrmalige Nachfrage thematisiert (und relativiert) worden. Für Assion ist es noch nicht entschieden, ob dies als Reaktion auf jenes »Stammtischgeschwätz« zu deuten sei, das den Spätaussiedlern unterstelle, sie kämen nur zum »Abkassieren« nach Deutschland. Oder ob schon im Osten unter dem Leidensdruck der dortigen Verhältnisse eine Motivationsverschiebung stattgefunden habe. Hier zieht Assion den Vergleich zum Monitor-Projekt, bei dem noch eine Doppelmotivation (wirtschaftliche und Flucht vor Diskriminierung) als Aussiedlungsgrund festgestellt wurde. Gerade an dem Aspekt der von den Befragten geschilderten Aussiedlungsbeweggründe läßt sich die von Bausinger angesprochene Wechselwirkung zwischen objektiven Zuweisungen und Selbsteinschätzungen aufzeigen bzw. belegen.

Im dritten und längsten Teil werden die Frageresultate nach dem Rückkehrwunsch und dem Deutschlandbild der Rußlanddeutschen vorgestellt. Die Frage, seit wann der Wunsch zur Rückkehr nach Deutschland bestanden habe, sei überraschend oft so beantwortet worden: »Eigentlich schon immer«. In den Familien sei regelmäßig über Deutschland gesprochen worden, wobei klar gewesen sei, daß man eines Tages in das Herkunftsland - ohne Zögern »die Heimat« genannt - zurückkehren würde. Hüterinnen der Überlieferungen von der deutschen »Urheimat« wären zuletzt die Mütter und noch mehr die Groß- und Urgroßeltern gewesen. An eine Wiedergründung der Wolgarepublik glaube niemand unter den befragten Personen. Denn es sei bekannt, daß sich vor Ort heftiger Widerstand gegen entsprechende Pläne geregt hätte. Der Rückbezug auf Deutschland als »Heimat« werde gestützt durch familiäre Überlieferungen, die teilweise noch anzugeben wissen, aus welchen Regionen die Vorfahren ausgewandert sind (z.B. Elsaß, Baden, Hessen usw.). Assion hebt hervor, daß die Beschäftigung mit der eigenen Familiengeschichte früher durch die deutschen Schulen und die auslandsdeutsche Kulturarbeit angeregt worden sei, aber heute ihren eigenen und hohen Rang bei den Rußlanddeutschen habe. Er schließt daraus, daß sich das familienkundliche Wissen heute für die Beweisführung eigne, daß man tatsächlich zu den Deutschen und nicht zu den Russen gehöre. Ein dritter Antriebsfaktor für die Rückwanderung nach Deutschland sei nach den Feststellungen des Monitor-Projekts, was Assion hier anfügt, die Sogwirkung, die von der Wanderungsbewegung selber ausgingen.

Genauere Vorstellungen von Deutschland seien bei der gegebenen Fixierung auf die Rückkehr nicht so wichtig gewesen, obwohl immer wieder über das »Heimatland« gesprochen worden sei. Den Kindern sei Deutschland als »schönes Land« geschildert worden, mit schönen Häusern, hübschen Gärten, ehrlichen Menschen und gehorsamen Kindern. Mit mehr Substanz sei das Deutschlandbild meist nicht gefüllt gewesen, was der von Assion und seinen Studierenden aufgestellten Hypothese widerspreche, daß sich aufgrund der Mangelerfahrungen im Osten ein farbiges Deutschlandbild von utopischer Qualität, vielleicht uralte Erinnerungen an das Herkunftsland miteinschließend, entwickelt hätte. Assion bringt zum Ausdruck, daß in der Regel »Deutschland« in der Vorstellung der Aussiedler einfach gleichbedeutend mit einer Gegenwelt des Schöneren und Besseren sei; ein tröstlicher, aber auch unbekannter Ort. Grund für die geringen Kenntnisse von Deutschland sei die Tatsache, daß man von Informationen aus dem Westen abgeschnitten war. Zwar brachten die Medien, besonders das Fernsehen, öfter Berichte über die Bundesrepublik, doch diese seien von den befragten Gewährsleuten meist als reine Propaganda eingeschätzt worden und es hätte sich daraus ein großes Mißtrauen gegenüber den Medien entwickelt. Mehr Glaube sei stets den mündlichen Berichten aus Deutschland, z.B. von den ersten Rußlanddeutschen, die die »alte Heimat« als Urlauber bereisen durften, geschenkt worden. Durch diese seien Berichte in Umlauf gekommen, die Deutschland - nach dem Erlebnis des überwältigenden Warenangebotes - als »Märchenland« (Zitat eines Befragten) geschildert hätten. An diesem Zitat zeige sich, daß sich die von den Touristen geschilderten Berichte mit latent vorhandenen Wunschbildern mischten. Bei diesem Aspekt zieht Assion einen Vergleich zu den Auswanderern, die im 19. Jahrhundert in großer Zahl von Deutschland nach Amerika gingen. Er sagt, daß bei den Auswanderern in die USA heimische Noterfahrungen mit in die Ferne projezierten Wunschbildern korrespondieren. Die These Assions lautete daher, daß dieser Aspekt wesentlich dazu beigetragen habe, daß die Auswanderer die Entschlußkraft zum Aufbruch gewonnen hätten. Assion vertritt die Ansicht, daß man dies von den Rußlanddeutschen so direkt nicht sagen könne bzw. es müsse erst noch genauer untersucht werden, in welchem Umfang die beschriebenen Äußerungen über Deutschland wirklich geglaubt worden seien. Eine weitere Informationsquelle über das Deutschlandbild seien Brief-Informationen von Freunden und Verwandten, die im Westen lebten oder von den ersten Aussiedlern aus Deutschland. Die Briefe klangen meist positiv, dämpften im Vergleich zu den mündlichen Erzählungen aber allzu hohe Erwartungen.

Der abschließende vierte Teil ist mit dem Titel »Begegnung mit Deutschland« überschrieben. In ihm werden die Eindrücke der Aussiedler von ihrer »neuen Heimat« von Assion kommentiert dargelegt. Übergreifend kommt Assion zur Feststellung, daß für die Befragten nach der Ankunft in Deutschland Eindrücke zu verarbeiten seien, mit denen diese selbst nach den realistischeren Informationen in Briefen nicht gerechnet hätten. So übersteige das Warenangebot alle Vorstellungen und erzeuge bei den Ankömmlingen in den ersten Wochen eine gewisse Reizüberflutung und Hilflosigkeit. Über die Aufnahme durch die Verwaltung hätte man im allgemeinen nicht zu klagen. Aber sonst seien die ersten Begegnungen mit Deutschen eher enttäuschend ausgefallen, da man gespürt hätte, daß man nicht als gleichwertig anerkannt würde. Die interviewten Personen erklärten sich das befremdliche Verhalten mit einer Wesensveränderung der Deutschen, hervorgerufen durch den Wohlstand und das Fernsehen. Eine Frau erklärte: »Was uns hier so schockiert hat, daß hier so viele gar keine Deutschen mehr sind. Die Deutschen sind jetzt irgendwie anders. So distanziert, so kühl... Und dann hast du das Gefühl gehabt, die wollen dich gar nicht als eine Deutsche«.9 Fleiß und Tüchtigkeit als vorgestellte Eigenschaft der Deutschen träfen die Befragten wieder, aber verbunden mit einer befremdlichen »Jagd nach dem Geld«. Auch was die Ehrlichkeit und die Kleidung betraf habe die angetroffene Realität die Vorstellungen enttäuscht.Befragt nach dem allgemeinem Befinden in der ersten Zeit äußerte sich ein Gewährsmann wie folgt: »Die ersten Monate hier habe ich mich gefühlt wie in einem zugeknoteten Müllsack«.10 Aber Heimweh nach dem Herkunftsland, das viele gar nicht als »Heimat« ansehen, hätten nur Kinder und Jugendliche, die ihre Freunde zurücklassen mußten und mit der deutschen Sprache nicht zurechtkamen, gehabt. Die Gewährsleute der Eltern- und Großelterngeneration hätten hingegen angegeben, noch keine Sekunde an die Rückkehr nach Kasachstan, Rußland usw. gedacht zu haben. Die Befragten würden darauf vertrauen, sich in Deutschland anpassen zu können. Für die Befriedigung emotionaler und sozialer Bedürfnisse müsse, wie schon immer, ein engeres Zusammenrücken mit den Schicksalsgenossen sorgen, mit denen man sich in geselliger Runde treffe, wobei vorwiegend russisch gesprochen würde. Dies deutet für Assion auf die Schattenseite des sich Abkapselns: es verzögere den Akkulturationsprozeß, der den Rußlanddeutschen abgefordert werde.

Zum Schluß gibt Assion noch ein kurzes Fazit seiner persönlichen Eindrücke bei den Interviews dieses Projektes ab. Es ist aber keine abschließende, allgemeine Schlußbetrachtung über die Integrations- und Akkulturationsprozeß dieser befragten Gruppe der Rußlanddeutschen. Methodisch geht es im Bericht um einen Vergleich der Gefühls- und Vorstellungswelt der Aussiedler von Deutschland vor ihrer Ausreise und nach ihrem Ankommen. Assion geht folgenden Fragestellungen nach: Welche Veränderungen bzw. Verschiebungen hat es in dieser Auffassung gegeben? Wie groß war der Unterschied zwischen vorgestellter und dann real empfundener Welt für die Rußlanddeutschen? Es geht bei dieser Thematik besonders auch um selbst wahrgenommene Identitäten der einzelnen Personen, und wie die Außenwelt darauf reagiert. Desweiteren geht es darum, bei Bausinger schon angesprochen, wie objektive Gegebenheiten und subjektive Einstellungen zusammenhängen. Übergreifend geht der Autor der Frage nach, wie sich die Akkulturation der untersuchten Aussiedler aus dessen Sicht bisher gestaltet hat.

Assions Forschungsperspektive ist sehr fokussiert auf die befragte Personengruppe. Er versucht keine vergleichende Analyse, wie sie Bausinger in seinem Aufsatz fordert, zu anderen Forschungsprojekten bzw. -ergebnissen. Zu berücksichtigen ist, daß dies sein erstes und einziges Projekt zur Einwanderung von Aussiedlern geblieben ist.
 

Schlußbetrachtung/Ausblick

Ab 1989 hat sich die volkskundliche Forschung dem Personenbereich der Aussiedler/Spätaussiedler verstärkt zugewandt. Dies läßt sich an der Anzahl der ab 1989 erschienenden Aufsätze und Monographien ablesen. Im Mittelpunkt der bisherigen volkskundlichen Aussiedlerforschung stehen Analysen von qualitativen Interviews bzw. Befragungen, die sich meist aber nur auf ein bestimmtes und begrenztes Ansiedlungsgebiet in Deutschland oder auf eine bestimmte Personengruppe unter den Aussiedlern beziehen. Eine Gesamtübersicht fehlt bisher. Es liegen bisher nur Arbeiten von »Einzelkämpfern« in der Forschung und nicht von größeren Projektgruppen vor. Der Themenschwerpunkt der meist empirischen Mikrostudien mit einem begrenzten Blickwinkel, meist Gemeinde- und/oder Milieustudien, liegt bei Integrations- und Akkulturationsproblemen der Aussiedler in Deutschland. Dieser Forschungsausrichtung ist auch der rezensierte Aufsatz von Peter Assion zuzurechnen. Trotz der eingegrenzten Perspektive in Assions Aufsatz ist ihm zugute zu halten, daß er sich sofort nach seiner Berufung nach Freiburg 1991 der Aussiedler als Forschungsfeld angenommen hat. Außerdem ist dies die erste biographieforschende Arbeit Assions, während er vorher als Archivforscher tätig war.

Hermann Bausingers Aufsatz stellt in seiner theoretischen Abstraktion zwar bislang eine Ausnahme in der volkskundlichen Migrationsforschung dar, er unternimmt aber nicht den Versuch, neue Ansatzpunkte und Anregungen für die Forschung herauszuarbeiten und Defizite in der Forschung aufzuzeigen. So bleibt sein Aufsatz lediglich ein Programmartikel ohne weitere innovative Auswirkungen. Er erhofft sich stattdessen eine präzise Differenzierung und Aufschlüsselung der fremdbestimmten Volkszugehörigkeitszuweisungen bei der Gruppe der Aussiedler und eine stärkere Betonung der selbstbestimmten Einordnung (Identifikation) durch vermehrte empirische Forschung. Die volkskundliche Biographieforschung kann hier ansetzen, da sie primär vom Subjekt und seiner erzählerischen Selbstzuweisung ausgeht. Gerade dadurch würde mehr betont werden, daß die Aussiedler nicht nur als Objekt auf die neu anzutreffende Gesellschaft reagieren, sondern durchaus auch als Subjekte in ihr agieren können.

Zu beobachten ist bislang in der Forschung (vor allem in der soziologischen und pädagogischen, aber auch in der volkskundlichen) zudem eine Betonung von dichotomen Begriffspaaren bei der Charakterisierung von Aussiedlern (z.B. Einheimische - Migranten). Zweifelhaft ist, ob diese Polpaare zur Beschreibung komplexer gesellschaftlicher Vorgänge wie der Immigration ausreichen.

 
Ausgewählte Literatur zum Thema »Deutsche Einwanderer nach Deutschland«
(chronologisch - ausgenommen die vorgestellten Texte)

Anmerkungen
1 Vgl. dazu: Bade, Klaus: Ausländer-Aussiedler-Asyl, München 1994.
2 Die heute vergleichbare Bezeichnung für einen Runderlaß ist »Richtlinie«, was eine interne Regelung darstellt.
3 Zit. nach: Heinelt, Hubert und Lohmann, Anne: Immigranten im Wohlfahrtsstaat am Beispiel der Rechtspositionen und Lebensverhältnisse  von Aussiedlern, Opladen 1992, S. 48f.
4 Die Statistiken der Aussiedler wurden lange Jahre von Bundesausgleichsamt in Bad Homburg (v.d.H.) herausgegeben und Ende 1991 an das Bundesverwaltungsamt in Köln, das dem Innenministerium unterstellt ist, abgegeben. Seitdem werden »Zahlen, Daten, Fakten« im Informations-Dienst Deutsche Aussiedler veröffentlicht.
5 Bausinger, Hermann: Aussiedler und Ausländer. In: Kultur anthropologisch. Eine Festschrift für Ina-Maria Gerverus. Frankfurt am Main 1989, S. 219-228.
6 Vgl. dazu u.a. die folgenen Publikationen:
Bausinger, Hermann: Beharrung und Einfügung. Zur Typik des Einlebens der Flüchtlinge. In: Jahrbuch für Volkskunde der Heimatvertriebenen 2, 1956, S. 9-16.
Bausinger, Hermann/ Braun, Markus/ Schwedt, Herbert: Neue Siedlungen. Volkskundlich-soziologische Untersuchungen des Ludwig-Uhland-Instituts Tübingen, Stuttgart 1959 (2. Auflage 1963)
Bausinger, Hermann: Assimilation oder Segration? Integrationschancen ausländischer Arbeitmigranten in der Bundesrepublik. In: Die Türkei und die Türken in Deutschland. Redaktion Hans-Georg Wehling, Stuttgart 1982, S. 11-124.
Bausinger, Hermann (Hrsg.): Ausländer - Inländer: Arbeitsmigration und kulturelle Identität, Tübingen 1986.
7 Assion, Peter: Rußlanddeutsche in Freiburg im Breisgau. Ein Forschungsprojekt des Freiburger Instituts für Volkskunde zur Integrationsproblematik der Spätaussiedler. In: Jahrbuch für ostdeutsche Volkskunde (JOV) Band 36, 1993, S. 318-337.
8 Es handelt sich bei diesem Projekt um eine 1989 begonnene Langzeitstudie, die die Gesellschaft für Politik und Sozialforschung »polis« im Auftrag des Ministers für Arbeit, Gesundheit und Soziales von Nordrhein-Westfalen zum Anpassungsverhalten von Spätaussiedlern durchführte.
9 Zitat aus: Assion, Peter: Rußlanddeutsche in Freiburg im Breisgau. Ein Forschungsprojekt des Freiburger Instituts für Volkskunde zur Integrationsproblematik der Spätaussiedler. In: Jahrbuch für ostdeutsche Volkskunde Band 36, 1993, S. 330.
10 Ebenda, S. 331.



Der Geschäftsführende Direktor des Instituts für Volkskunde, 19. Februar 1998. Impressum

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