Mittelseminar: Arbeitskulturen in der digitalisierten Welt
Gerrit Herlyn
Mo 14-16, Institut für Volkskunde, Raum 015

Nachdem die Volkskunde die Beschäftigung mit Arbeit lange als Arbeiterforschung verstanden hatte, trat in den vergangen Jahren die Untersuchung von Arbeits- und Unternehmenskulturen als Schwerpunkt hinzu. Ethnographische Methoden erwiesen sich dabei als besonders geeignet zur Er-forschung von Unternehmenskulturen. Technikumgang und Technikwahrnehmung am Arbeitsplatz wurden dabei als kulturanalytischer Zugang zumeist nicht explizit gesucht. Anhand des Eindringens der Computertechnik in die Arbeitswelt soll sich dieser Schnittstelle im Seminar angenähert wer-den. Die einschneidenden Veränderungen haben die Arbeitswelt sowohl mit dem Entstehen neuer Branchen als auch mit Veränderungen der Mensch-Maschine-Interaktion revolutioniert und bieten so für die kulturwissenschaftliche Betrachtung interessante Felder. Innerhalb des Seminars soll zunächst - mit Blick auf die Problematisierung zentraler Begriffe - die Lektüre grundlegender Texte zum digitalisierten Alltag und zur Arbeits- und Unternehmenskultur-forschung im Vordergrund stehen. Ein zweiter Schwerpunkt wird die Betrachtung empirischen Ma-terials sein, dass, entnommen aus dem Forschungszusammenhang "Kultur, Alltag und Wandel der Technik im Spiegel biographischer Erfahrungen", Einblicke in konkrete Deutungs- Aneignungs- und Erfahrungsmuster der digitalisierten Arbeitswelten gibt. Drittens soll die Möglichkeit bestehen, selbständig empirische Annäherungen an die digitalisierten Arbeitswelten zu unternehmen. Ein denkbarer Schwerpunkt hier ist, wie der mögliche schnelle Wechsel zwischen arbeitsbezogener und privater Nutzung des Arbeitsgerätes Computer in der beruflichen Praxis vollzogen wird.


Literaturhinweise:
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Wittel, Andreas: Virtualisierung der Kultur ? Neue Medien und ihre Produkte am Beispiel eines 3D-Chats. In: Götz, Irene/ Wittel, Andreas (Hrsg.): Arbeitskulturen im Umbruch. Zur Ethnographie von Arbeit und Organisation. Münster u.a 2000. S. 197-212. (= Münchner Beiträge zur Volkskunde Bd.26).