Nachdem die Volkskunde die Beschäftigung mit Arbeit lange als Arbeiterforschung
verstanden hatte, trat in den vergangen Jahren die Untersuchung von Arbeits- und
Unternehmenskulturen als Schwerpunkt hinzu. Ethnographische Methoden erwiesen sich
dabei als besonders geeignet zur Er-forschung von Unternehmenskulturen. Technikumgang
und Technikwahrnehmung am Arbeitsplatz wurden dabei als kulturanalytischer Zugang zumeist nicht explizit gesucht. Anhand des Eindringens der Computertechnik in die Arbeitswelt soll sich dieser Schnittstelle im Seminar angenähert wer-den. Die einschneidenden Veränderungen haben die Arbeitswelt sowohl mit dem Entstehen neuer Branchen als auch mit Veränderungen der Mensch-Maschine-Interaktion revolutioniert und bieten so für die kulturwissenschaftliche Betrachtung interessante Felder.
Innerhalb des Seminars soll zunächst - mit Blick auf die Problematisierung zentraler
Begriffe - die Lektüre grundlegender Texte zum digitalisierten Alltag und zur Arbeits-
und Unternehmenskultur-forschung im Vordergrund stehen. Ein zweiter Schwerpunkt wird die
Betrachtung empirischen Ma-terials sein, dass, entnommen aus dem Forschungszusammenhang
"Kultur, Alltag und Wandel der Technik im Spiegel biographischer Erfahrungen", Einblicke
in konkrete Deutungs- Aneignungs- und Erfahrungsmuster der digitalisierten Arbeitswelten
gibt. Drittens soll die Möglichkeit bestehen, selbständig empirische Annäherungen an die
digitalisierten Arbeitswelten zu unternehmen. Ein denkbarer Schwerpunkt hier ist, wie der
mögliche schnelle Wechsel zwischen arbeitsbezogener und privater Nutzung des
Arbeitsgerätes Computer in der beruflichen Praxis vollzogen wird.
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