Logo der Universität Hamburg Institut für Volkskunde/Kulturanthropologie 
  UHH  ›  FB Kulturgeschichte und Kulturkunde  ›  Institut für Volkskunde/Kulturanthropologie   Suche  

(vokus. volkskundlich-kulturwissenschaftliche schriften. heft 1, 1/2002. herausgeber: hamburger gesellschaft für volkskunde c/o institut für volkskunde)



Vorbemerkung

In dieser Ausgabe des VOKUS können wir Ihnen wieder Ergebnisse aus Magisterarbeiten sowie Seminarberichte vorstellen neben dem immer wieder gern gesehenen »Service«-Teil.

Zwei Magistra und ihre Forschungen bilden den ersten Schwerpunkt dieser Ausgabe. Frauke Paech stellt ihren auf lebensgeschichtlichen Interviews beruhenden Film »Solange der Michel steht« vor. Dieser Beitrag ist nicht nur eine exemplarische Darstellung des »handwerklichen« Prozesses des volkskundlich-kulturwissenschaftlichen Filmens aus praktischen und methodologisch reflektierten Gesichtspunkten. Vielmehr knüpft er in seinen theoretischen Ausführungen an die im vorangegangenen Heft begonnene Auseinandersetzung mit konzeptionellen Ansätzen einer innovativen Filmarbeit an und wird hoffentlich zu einer weiteren Diskussion anregen. Mit Blick auf einen fachspezifischen Filmdiskurs sei allen Interessierten zudem das VOKUS-Sonderheft »Film« empfohlen, das parallel zu diesem Heft erscheint.
Inken Bartels bietet eine kritische und für die disziplinäre Terminologie relevante Medienanalyse. Ihre Forschung galt der »Generation X« oder genauer: der medialen Nutzung und Abnutzung des Begriffes »Generation« in den 1990er-Jahren. Angesichts der zunehmenden Pluralität der (Jugend-) Kulturen zeichne sich in der Inflation des Generationenbegriffs die Ohnmacht von Journalisten, Politikern und Marktingexperten ab, jugendliche Subkulturen auch im Zeitalter der akzelerierten Individualisierungsprozesse noch in den definitorischen und sozialdisziplinierenden Griff zu bekommen. Jugend werde in einem ebenso oberflächlich bleibenden binnenethnographischen wie intensiv abgrenzendem binnenexotistischen Prozess zur »Generation« stilisiert, um den »Älteren« Erlärungsmuster und damit Orientierung und Kontrolle über eine vermeintlich »fremde« Kultur zu bieten.
Resultierend aus einem Hauptseminar zum Thema »Grundkategorien der Volkskunde: Alltag« befragt Christine Oldörp eine zentrale Kategorie volkskundlicher Arbeit, den Alltag. Ausgehend von der These, dass »Alltag Kultur im Modus des Subjektiven ist«, werden theoretische Überlegungen angestellt, die die hier zentralen Fragen berühren: So etwa die nach dem Verhältnis zwischen wissenschaftlichem und nicht-wissenschaftlichem Alltagsverständnis, nach dem Verhältnis zwischen Wissenschaftler und Beforschtem, nach den Zugangsweisen und -möglichkeiten, aber auch nach den Repräsentationsformen einer Alltagskulturwissenschaft.
»GENUSSmittelKULTUR« die Ausstellung ist noch in bester Erinnerung. Die Reaktionen der Besucherinnen und Besucher auf diese Form der Präsentation kulturwissenschaftlichen Arbeitens wurden in »Besucherbüchern« erfasst. Eine Auswertung dieser selten für die Öffentlichkeit analysierten »Poesiealben« der Publikumsbemerkungen hat Lydia Struck zusammengestellt.


Leonie Koch-Schwarzer
Gerrit Herlyn

 

  Impressum Letzte Änderung: 08 Mar 08 webmaster Seitenanfang