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(vokus. volkskundlich-kulturwissenschaftliche schriften. heft 1, 1/2002. herausgeber: hamburger gesellschaft für volkskunde c/o institut für volkskunde)



Bücher-Herbst


Silke Göttsch/Albrecht Lehmann (Hg.):
Methoden der Volkskunde. Positionen, Quellen, Arbeitsweisen der Europäischen Ethnologie. Berlin 2001. (= Ethnologische Paperbacks)
336 Seiten, Kartoniert, EUR 25,46, ISBN: 3-496-02704-5

Neben den an Forschungsfeldern orientierten Einführungen in die Volkskunde/Europäische Ethnologie liegt jetzt erstmals ein Band vor, der kulturwissenschaftliche Methoden in den Fokus nimmt. Anhand von konkreten Forschungsdesigns werden exemplarisch Einblicke in die Vielfalt der Fragestellungen, Quellen und Lösungswege einer empirisch historisch argu-mentierenden Kulturwissenschaft geboten. Vor allem Studierende können sich in anschaulich und detailliert geschriebenen Beiträgen informieren über:

Archivalische Quellen und die Möglichkeiten ihrer Auswertung; Von der Ästhetik der Kontextualität: Sachkulturforschung; Methoden der Erzählforschung; Volkskundlicher Umgang mit Bildquellen; Reiseberichte: Zum Arbeiten mit publizierten historischen Quellen; Interethnik und interkulturelle Forschung: Das qualitative Interview oder: Die Kunst des Reden-Lassens; Volkskundliches Forschen in, mit dem und über das Internet; Empirische Erhebungen in Industriebetrieben; Bewußtseinsanalyse; Kulturwissenschaftliche Medienforschung: Film und Fernsehen; Visual Folklore: Zur Rezeption und Methodik der Fotografie; Kulturanalyse popularer Medientexte.

Diese Einführung in die Methoden volkskundlicher Forschung ist an der Praxis wissenschaftlichen Arbeitens orientiert.


Gerrit Herlyn: Ritual und Übergangsritual in komplexen Gesellschaften: Sinn- und Bedeutungszuschreibungen zu Begriff und Theorie. Münster, Hamburg, London 2001. (= Studien zur Alltagskulturforschung, Bd. 1) 130 S., Kartoniert, EUR 15,90, ISBN 3-8258-5490-6

Ritualtheorien haben bemerkenswert Konjunktur, scheinen sie doch ein attraktives Erklärungsmodell für unterschiedlichste soziale Phänomene in komplexen Gesellschaften abzugeben. Der Rückgriff auf ritualtheoretisches Schrifttum - zumeist auf Arnold van Genneps »Übergangsriten« und Victor Turners Weiterentwicklungen - ist dabei unterschiedlich motiviert: Zum einen werden sie zur kulturwissenschaftlichen Deutung von Übergängen im Lebenslauf und im Alltagshandeln eingebracht. Zum anderen gibt es eine zwischen Psychotherapie und Esoterik angesiedelte »Anwender«-Literatur, die »neue Rituale« als Problemlösungsstrategien in einer »entritualisierten Moderne« fordert und anbietet.
Die vorliegende Arbeit bietet eine Systematisierung ritualtheoretischer Ansätze. Dazu werden zunächst die Fachgeschichten von Volkskunde und Ethnologie auf den Umgang mit Ritualkonzepten hin ausgewertet und in einer komprimierten Zusammenschau die zentralen ritualtheoretischen Schriften vorgestellt. Anschließend werden die vielfältigen - aber nicht immer theoretisch reflektierten - kulturwissenschaftlichen Zuschreibungen zum Ritualbegriff einer kritischen Analyse unterzogen. Zum Schluss wird die anwendungsorientierte Perspektive der »neuen Rituale« mit den kulturwissenschaftlichen Vorgaben verglichen. Anhand einer breiten Auswahl von Beispielen - mit dem Schwerpunkt auf Männerinitiationen - wird der Weg beschrieben, den ritualtheoretische Schriften im außerwissenschaftlichen Feld beschreiten.

 

  Impressum Letzte Änderung: 08 Mar 08 webmaster Seitenanfang