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Tagungsankündigung

Natur - Kultur. Volkskundliche Perspektiven auf Mensch und Umwelt


Vom 27. September bis zum 1.Oktober findet der 32. Kongreß der Deutschen Gesellschaftfür Volkskunde (DGV) zum Thema »Natur Kultur. Volkskundliche Perspektiven auf Mensch undUmwelt« statt. Tagungsort ist Halle an der Saale. Anmeldungen sind ab Mai möglich undwie die Buchung der Übernachtungen (auch preisgünstige Quartiere für Studierende)zentral über die DGV organisiert. Wer privat eventuell noch Möglichkeiten zurUnterbringung hat, eine Mitfahrgelegenheit sucht oder anbietet, kann sich in derBibliothek bei Timon oder Sabine melden.

Hier zunächst einige Informationen über den Ort des Kongresses: Halle - Sofort stellensich erste Assoziationen à la »Buna, Leuna, Bitterfeld« ein. Halle als alteSalzsiederstadt, Universitätsstadt oder Hochburg der Aufklärung und des Pietismus im 17.und 18. Jahrhundert. Bei weiteren Nachforschungen tauchen Namen wie Georg FriedrichHändel, Martin Luther, August Hermann Francke oder Johann Friedrich Reichardt auf. Undmanch einer denkt vielleicht auch mit süßem Genuß an »Halloren-Kugeln«.
Zwischen Braunkohletagebau, Maschinenbau- und Chemieindustrie werden sich denKongreßteilnehmern hier sicherlich noch interessante Perspektiven in Hinblick auf»Natur-Kultur« eröffnen. Obligatorische Stadtführungen und kostenfreie Exkursionen(Expo sei Dank ! s.u. zum Programm) versprechen einen vielseitigen Blick auf Halle undUmgebung. Zu DDR-Zeiten Bezirkshauptstadt, ist Halle heute größte und LandeshauptstadtSachsen-Anhalts und hat etwa 263.500 Einwohner. Das äußere Erscheinungsbild, diehistorische Innenstadt wurde im Zweiten Weltkrieg kaum zerstört, hat in den letztenvierzig Jahren Planungswirtschaft gelitten, frei nach hallensischem Motto »Ruinenschaffen ohne Waffen«! 1990 wird die 1964 gegründete Trabantenstadt HaNeu(Halle-Neustadt) eingemeindet.
Halle selbst wird bereits 961 erstmals urkundlich erwähnt. Salzquellen waren dieGrundlage des Reichtums in den folgenden Jahrhunderten. Seit 1280 Hansestadt stand Hallebis zum Einzug der Reformation 1541 unter dem Einfluß der Magdeburger Erzbischöfe. 1680erfolgte die Angliederung der Stadt an Brandenburg.
Im Jahre 1694 wurde die Universität durch den brandenburgischen Kurfürsten FriedrichIII. eröffnet. Ihre Geschichte, die sich 1817 infolge der territorialen Änderungen durchden Wiener Kongreß mit der der Universität Wittenberg zu der der »VereinigtenFriedrichsuniversität« verbindet, ist bemerkenswert: Die bereits 1502 gegründeteWittenbergische Universität war durch das Wirken Martin Luthers und Phillip Melanchtonszum Zentrum der Reformation und der humanistischen Studienreform avanciert. DieUniversität Halle wurde im 18. Jahrhundert durch die Berufung Gelehrter wie z.B.Christian Thomasius oder August Hermann Francke zum Mittelpunkt der Frühaufklärung unddes Pietismus. Francke, der 1691 Professur und Pastorat in Halle antrat, gründete mitgroßem sozialen Engagemente das Pädagogium, eine Lateinschule und ein Waisenhaus miteiner inzwischen rekonstruierten Kunst- und Naturalienkammer. Heute ist dieses Erbe inenger Verbindung mit der Universität in den Franckeschen Stiftungen zusammengefaßt.
Neuerungen im Universitätswesen, wie 1717 die Eröffnung des ersten deutschenUniversitätsklinikums in den Franckeschen Stiftungen oder seit Mitte des Jahrhunderts dieMöglichkeit zur Promotion für Frauen, hielten an der Uni Halle frühzeitig Einzug.
Heute ist die »Martin-Luther-Universität« mit 13.250 Studierenden relativ klein. DieGröße und die Tatsache, daß hier durch die Umstrukturierungen nach der Wende dasbundesdurchschnittlich jüngste Professorenteam, zu einem Drittel übgrigens weiblich, zufinden ist, gilt ebenfalls als fortschrittlich.
Wer im September neben den Kongreßveranstaltungen noch Lust und Zeit findet, sich inHalle auf eigene Faust umzusehen, sei an die Touristen-Information im Roten Turm amMarktplatz verwiesen (Öffnungszeiten: Di.-So. 10.00-13.00 Uhr und 14.00-18.00 Uhr).


Unser Institut ist in Halle mit insgesamt vier Beiträgen vertreten. Neben denMitarbeitern der »Wald-Projektes«, Albrecht Lehmann, Klaus Schriewer und Helga Stachow,zählt auch Brigitta Schmidt-Lauber zu den Vortragenden. An dieser Stelle können wirbereits jetzt die Abstracts der vier wiedergeben. Das gesamte Programm des Kongressesfindet sich im Anschluß daran.

Annegret Jätz / Janina Kriszio
Albrecht Lehmann
: Landschaftsbewußtsein. Zur gegenwärtigen Wahrnehmung natürlicherEnsembles.
Der Plenarvortrag geht der Frage nach, welcher Qualität und kulturellen Herkunft dieaktuellen Muster der Landschaftswahrnehmung und -bewertung sind. Wie und in welchenEreigniskonstellationen werden sie vermittelt ? Wie entstehen Präferenzen für bestimmtelandschaftliche Formen, und aufgrund welcher Erfahrungs-, Wahrnehmungs- und Deutungsmusterwerden sie in kommunikativen Situationen miteinander verglichen (Landschaftsvergleich).

Klaus Schriewer: Gegenläufige Naturkonzepte
Wer den Umgang mit Wald und vor allem die Kontroversen um diesen Landschaftsteil auskulturwissenschaftlicher Sicht studiert, stößt zwangsläufig auf unterschiedliche Formendes Waldbewußtseins. Sowohl in der praktischen Handhabung des Waldes (Fertigkeiten,Kenntnisse, Techniken) als auch im Denken über ihn (Wahrnehmung, Anmutungen,Interpretationen, Erleben) lassen sich kulturelle Muster erkennen, die sich grundlegendvoneinander unterscheiden.
Besonders deutlich treten die Gegensätze in der Auseinandersetzung über dieNationalparke hervor. Betreiber und Naturschutzaktivisten sehen sich einer zunehmendenGegenwehr in der lokalen Bevölkerung gegenüber, besonders bei Waldeigentümern undJägern. Erst kürzlich hat sich ein Verband der Betroffenen gegründet und rechtlicheSchritte gegen Nationalparke eingeleitet. Beide Seiten entwickeln ihre Einschätzungen undForderungen auf der Grundlage unterschiedlicher Naturkonzepte. Sie vertretengegensätzliche Vorstellungen über das Wesen der Natur, das Verhältnis des Menschen zuihr und über die Geschichte dieses Verhältnisses.
Im Vortrag Gegenläufige Naturkonzepte werde ich die konträren Positionen vorstellen,ihre kulturellen Hintergründe erläutern und zudem diskutieren, welche Konsequenzen sichfür die Erforschung des Verhältnisses Mensch-Natur und für die Erklärung historischerProzesse allgemein aus einer solchen Analyse kultureller Kontraste ergeben.

Helga Stachow:
Jahresringe. Zu generationsspezifischen Mustern der Naturerfahrung
Zum Thema Kultur - Natur liegen von volkskundlicher Seite bislang nur wenige empirischeForschungen vor. Daher wird in meinem Vortrag das Verhältnis Mensch - Natur auf der Basisvon qualitativ erhobenen Materialien untersucht. Dafür möchte ich ein Konzept verwenden,wie es von der Wissensoziologie entwickelt wurde. In dieser Perspektive interessiert Naturvor allem in biographischer und in sozialer Deutung. Auf der einen Seite stehen diesozialen und politischen Institutionen, deren Aufgabe u.a. darin besteht, tradiertesWissen und kulturell vermittelte Gefühle weiterzugeben. Auf der anderen Seite stehen diesubjektiven Erfahrungen mit der Natur, die persönlichen Erlebnisse und Empfindungen,Interessen und Erwartungen. Auf diese Weise haben sich in der Gesellschaft bestimmteMuster des Naturerlebnisses herausgebildet und stabilisiert. Auch das Wissen über dieNatur ist nur zu geringen Teilen selbst "erarbeitet"; es wird in weiten Teilenvielmehr bereits vorsortiert verbreitet und aufgenommen. Kein Zweifel besteht daran, daßsich mit gesellschaftlichen Veränderungen auch das Wissen wandelt. Für eine Analyse desVerhältnisses von Menschen zur Natur stellt sich daher die Aufgabe, historische undgegenwärtige "Gefühlsstrukturen" (Raymond Williams) zu erforschen. Ziel meinerStudie ist es, damit einen Beitrag zur Erfahrungsgeschichte der Natur zu leisten.
Der Frage nach den Mustern der Naturerfahrung will ich am Beispiel des Verhältnisses vonMenschen zu Bäumen nachgehen. Hier tut sich ein wichtiges, bisher vernachlässigtesForschungsfeld auf, denn Bäume gelten als Inbegriff der "Natur", denen wiewenigen anderen Naturbestandteilen (und heute mehr denn je) Aufmerksamkeit gewidmet wird.Zu ihren sozialen, politischen und kulturellen Bedeutungen gibt es bislang jedoch keinesystematischen Untersuchungen. Dieser Tatbestand ist umso verblüffender, als auch dieWahrnehmung und Deutung der Bäume, ihre Nutzung und Gestaltung in hohem Maße sozial undkulturell geprägt und vermittelt sind und damit einen wichtigen volkskundlichenForschungsgegenstand bilden. "Kulturell geprägt" - das weist auch auf die langehistorische Entwicklung hin, in deren Verlauf komplexe Vorstellungsbilder, Deutungs- undErklärungsmuster ebenso wie Muster des Umgangs mit Bäumen erarbeitet, umgearbeitet undtradiert wurden. Doch wie womit lassen sich veränderte Gefühlsstrukturen, z.B. dieDurchsetzung ökologischen Denkens, erklären? Offenbar nicht nur mit dem Umstand, daßdie Natur von Experten ständig umgearbeitet wird, sondern auch, weil unterschiedlicheErfahrungen von "Generationen" gesammelt werden. Generation bezeichnet dahernicht nur eine kulturelle Konfiguration, sondern auch ein wichtiges Analysekonzept.
Neben anderen Dimensionen der Erfahrungsbildung erweisen sich bei der Analyse derHerausbildung und Wandlung von Gefühlsstrukturen in der Tat generationsspezifischeUnterschiede von zentraler Bedeutung. In meinem Vortrag wird deswegen der Aspekt derGeneration in den Mittelpunkt gerückt. Generationen sind geprägt von bestimmten,einzigartigen Kollektivereignissen und gesellschaftlichen Konstellationen in einer bestimmten Lebensphase. "Generationen können als durch materielle Umstände bedingte unddurch die Eigeninterpretation der Betroffenen hervorgebrachte soziale Realitätenbetrachtet werden."(Heinz Bude) So beeinflussen vielfach zurückliegende Erfahrungenund Wahrnehmungen die Beziehungen des Einzelnen zur Natur. Die Muster der Naturaneignungund der ökologischen, botanischen und ästhetischen Bewertungen sind auchgenerationsabhängig.
Unter diesen Forschungsprämissen sollen kennzeichnende Muster der Baum/Naturerfahrungdreier Generationen präsentiert werden. Ein recht festes Repertoire an botanischemFaktenwissen und an Deutungen in der Tradition des romantischen Naturerlebnisses ist ihnenallen gemeinsam. Doch jede Generation entwickelt auch ihre eigenen Bilder, Topoi undStandardgefühle, vorgegebenen Typisierungen und praktischen Anleitungen in ihremVerhältnis zu Bäumen. Diese charakteristischen Unterschiede wirken aufZukunftserwartungen des Einzelnen wie gesamter Generationen und haben nicht zuletzt in derGegenwart große politische Bedeutung gewonnen.

Brigitta Schmidt-Lauber: »Auf Pad Gehen«. Reisen in die Natur als Wege derEthnisierung deutscher Namibier
»Versuche, der Zivilisation zu entkommen« (Greverus) spielen nicht etwa nur in denhochtechnisierten westlichen Staaten der (zweiten) Moderne eine Rolle. Auch in Namibia,einem der am dünnsten besiedelten Länder der Welt im südlichen Afrika, das in derTourismusbranche wie auch in der Selbstbezeichnung der Bevölkerung gern als»Naturparadies« präsentiert wird, begibt sich ein Teil der Bevölkerung, deutscheNamibier nämlich, regelmäßig in die »freie Natur«. Familien oder Freunde gehenwiederholt »auf Pad«, d.h. sie fahren mit einem vierradangetriebenen Wagen inabgelegene, möglichst menschenarme Landstriche Namibias, schlafen unter freiem Himmel undentbehren ihren üblichen Lebensstandard wie Dusche und Federkernmatratze. Es handelt sichnicht um eine auch in Namibia modern gewordene Form des Camel-Aben teuerurlaubs, sondernum eine besondere Tradition des Umgangs mit und Bildes von der Natur, über die sichdeutsche Namibier ihrer »Heimat«, »ethnischer« Eigenschaften wie Toughsein,Durchhaltevermögen etc. und dadurch auch ihres ethnischen Selbstverständnissesvergewissern. So dient die Natur des Landes im auf Pad Gehen als Medium zur Konstruktionihrer ethnischen Identität.
Das Besondere ist, daß dieses Ritual nicht nur von einer Minderheit durchgeführt wird:Nicht nur Städter, sondern auch die ohnehin abgelegen lebende Farmbevölkerung geht aufPad und sucht so die »Einsamkeit« in der Natur. Zurückgekommen erzählen diePaderfahrenen von ihren Abenteuern und den überstandenen Gefahren und schreiben damit denkolonialen Diskurs über die Unwägbarkeiten bei der »Eroberung« dieses »rauhen«,»weiten« Landes fort. Die Erzählungen sind durchaus ambivalent: Die Natur wird je nachKontext mal als »wild« und »bedrohlich«, mal als »atemberaubend schön« skizziert.In dieser Mehrschichtigkeit lassen sich unterschiedliche Wege erkennen, wie diePerspektive auf Natur zum ethnischen Selbstverständnis und zum Heimatbild beiträgt.
Meine Frage lautet daher: Wie und als was wird »Natur« konstruiert und welche Rollespielt die so verstandene Natur für die ethnische Identität deutscher Namibier? Ziel derAusführungen ist es, am Beispiel des »Auf Pad Gehens« die Konstruktion, Inszenierungund Instrumentalisierung von Natur aufzuzeigen und zu klären, wie und inwiefern diesesRitual dazu beiträgt, aus deutschen Namibiern deutsche Namibier zu »machen«. Dabei sollauch der politische Gehalt dieses vermeintlich unpolitischen Vorgangs erörtert werden.
Materialgrundlage sind Interviews, die ich während zweier Feldforschungen in Namibia(1988, 1994) zum Thema Ethnizität deutscher Namibier erhoben habe. Daneben ließ sichauch über die Einweisungen, die mir deutsche Namibier zur Vorbereitung eigener Fahrtenerteilten, die Bedeutungsvielfalt wie auch die initiierende Dimension der Pad zurIntegration neuer Mitglieder erkennen.


Vorläufiges Programm des DGV-KongressesNatur - Kultur. Volkskundliche Perspektiven auf Mensch und Umwelt.

Montag, 27. September 1999
14.30 Stadtführungen
17.00 Eröffnung in der Konzerthalle
Eröffnungsvortrag: Konrad Köstlin, Wien: Natur als Kultur
19.00 Empfang im Stadthaus
20.30 Treffen der Kommissionen

Dienstag, 28. September 1999
9.00 Plenum; Diskussionsleitung: Wolfgang Kaschuba, Berlin
Brigitte Hauser-Schäublin, Göttingen: Von der Natur in der Kultur und der Kultur in derNatur
Andreas Hartmann, Münster: Biologie der Kultur
Stefan Beck, Berlin: Natur, Kultur und reflexive Körper. Humangenetische Prozesse undDiskurse als Gegenstand volkskundlicher Forschung
Lynn Åkesson, Lund: Does Gene Technology Call for a Gene Ethnology

14.30 Sektionsveranstaltungen

Sektion I: Landschaftskonstrukte I
Leitung: Sabine Doering-Manteuffel, Augsburg
Bernhard Tschofen, Wien: Die Entstehung der Alpen. Zum Beitrag der Ethnographie
Andreas Martin, Dresden: Fokussierte Landschaft. Aussichtstürme in der SächsischenSchweiz
Brigitta Schmidt-Lauber, Hamburg: »Auf Pad Gehen«. Reisen in die Natur als Wege derEthnisierung deutscher Namibier
Waltraud Müllauer-Seichter, Madrid: Der Park: Perzeption von Natur in der Konstruktionder madrileñischen Identität

Sektion II: Domestizierte Natur; Leitung: Max Matter, Freiburg
Siegfried Becker, Marburg: Die Gestaltung der Kreatur. Tierzucht als Kulturleistung ?
Eberhard Wolff, Stuttgart: Gefürchtet, verwertet, vergessen. Tiere und die menschlicheGesundheit
Friedemann Schmoll, Tübingen: Kulinarische Moral, Vogelliebe und Naturbewahrung. Zurklassifikatorischen Ordnung von Natur um 1900
Helena Ruotsala, Turku: Die Kühe des Nordens. EU und Lappland, Natur und Kultur
Sektion III: Zur kulturellen Konstruktion des Körpers
Leitung: Carola Lipp, Göttingen
Elisabeth Katschnig-Fasch, Graz: Selbstbestimmung oder Selbstzerstörung? Der gestalteteKörper. Zur kulturellen Transformation der Selbstwahrnehmnung des Körpers
Bo Lönnquist, Jyväskylä/Finnland: Der verleugnete Natur. Zur kulturellen Paradoxalitätdes »Fleischkleides«
Marita Metz-Becker, Marburg: Die »Mammalia Linnés« oder das Geheimnis der weiblichenBrust
Astrid Pellengahr, München: Von der »programmierten« zur »natürlichen« Geburt. Zurkulturellen Konstruktion von Geburtsvorstellungen und deren Wandel in der Gegenwart

Sektion IV: Musealisierte Natur; Leitung: Konrad Vanja, Berlin
Richard Keller, Ungersheim/Frankreich: Kultur-Natur im Écomusée d'Alsace
Nina Gorgus, Hamburg: Natur im Museum. Das Konzept Écomusée auf dem Prüfstand
Jutta Buchner-Fuhs, Cölbe: Gebändigte Wildheit im Stadtraum. Zur Geschichte derzoologischen Gärten im 19. Jahrhundert
Arne Steinert, Hamburg: Illusion statt Belehrung Hagenbecks Zookonzept setzt sich durch

19.00 Öffentlicher Abendvortrag in den Frankeschen Stiftungen: Paul Raabe, Halle/S.: DieFrankeschen Stiftungen Vergangenheit und Zukunft
20.00 Treffen der Kommissionen

Mittwoch, 29. September 1999

9.00 Exkursionen
Schkopau/Leuna Chemie: BSL Expo Präsentation Verwaltungsgebäude Leuna Sachzeugen derChemie Geschichtsstammtisch Leuna Siedlung
Bitterfeld/Wolfen Chemie: Berufsschulzentrum Bitterfeld Kulturpalast Goitzsche NeueChemielandschaft Filmfabrik Wolfen (Filmmuseum)
Tagebau/Kohle: Kulturlandschaft Goitzsche Kraftwerk und Siedlung Zschornewitz WörlitzerPark Ferropolis Kraftwerk Vockerode
Historisches und Industrielles Gartenreich: Bioshärenreservat Kraftwerk VockerodeWörlitzer Park
Dessau Städtebaulicher Pfad: Bauhaus Meisterhäuser Johannbau (Expo Ausstellung)Gasviertel Muldufer Junkersmuseum
Die Exkursionen werden von der Expo 2000 Sachsen-Anhalt GmbH angeboten und durchgeführt;die Teilnahme an den Exkursionen ist kostenfrei.
20.00 Öffentlicher Abendvortrag im Löwengebäude der Universität: Heinz Gerhard Haupt,Bielefeld
21.30 Treffen der Kommissionen

Donnerstag, 30.September 1999

9.00 Plenum; Diskussionsleitung: Gisela Welz, Frankfurt/M.
Reinhard Johler, Wien: »Wir müssen Landschaft produzieren«: Die EU und die »politicsof landscape and nature«
Christoph Köck, München: Bilderbuch-Natur und verrückte Natur. Strategien undKonsequenzen der kulturellen Gestaltung von Jahreszeiten
Walter Leimgruber, Zürich: Natürliche und kulturelle Faktoren bei der Konstruktion vonsozialen und ethnischen Minderheiten: Das Beispiel der Jenischen in der Schweiz
Ullrich Kockel, Liverpool: Protestantische Felder in katholischer Wildnis: ZurPolitisierung von Kulturlandschaft in Ulster

15.30 Mitgliederversammlung der DGV
20.00 Podiumsdiskussion im Neuen Theater zum Thema »Angst vor der Natur«
Diskussionsleitung: Rolf Wilhelm Brednich, Göttingen
Teilnehmer/innen: Ingrid Häußler (Ministerin für Raumordnung und Umwelt des LandesSachsen-Anhalt, angefragt), Gottfried Korff (Universität Tübingen), Martin Scharfe(Universität Marburg), Andreas Schmidt (Universität Kiel), Gerhard Seltmann(Geschäftsführer der Expo 2000 Sachsen-Anhalt GmbH), Elka Tschernokoshewa (SorbischesInstitut Bautzen)

Freitag, 1. Oktober 1999
9.00 Sektionsveranstaltungen

Sektion V: Landschaftskonstrukte II; Leitung Johannes Moser, Frankfurt/M.
Norbert Fischer, Hanstedt: Stilisierte Natur Zur Gestaltung und Wahrnehmung vonLandschaft im großstadtnahen Raum in der zweiten Hälfte des 20.Jahrhunderts
Kirsten Salein, Frankfurt/M.: Natur als Programm. Zu Konstruktion und Vermittlung vonNatur in Frankfurt am Main und auf Rügen und Usedom
Klaus Schriewer, Hamburg; Gegenläufige Naturkonzepte. Zu einer Volkskunde kulturellerKontraste
Ludwig Fischer, Hamburg: Das Erhabene und die »feinen Unterschiede«. Zur Dialektik inden sozio-kulturellen Funktionen von ästhetischen Deutungen der Landschaft

Sektion VI: Naturdiskurse und Naturbewegungen Leitung: Michael Simon
Hansjörg Albrecht, Kiel: Natur der Schule Schule der Natur. Aspekte kulturellerVermitteltheit von Natur im Spiegel von Schullesebüchern des 19. Jahrhunderts. EinForschungsbericht
Annette Schneider, Halle/S.: »Schützt die Natur...« Die Themen Natur und Umweltschutzin der Schulbildung der DDR
Dagmar Stonus, Würzburg: Kulturbäume Geokosmetisches Therapeutikum und Hilfmittel zurVolkserziehung
Bernd Wedemeyer, Göttingen: »Zurück zur deutschen Natur«. Theorie und Praxis dervölkischen Lebensreform im Spannungsfeld von »Natur«, »Kultur« und »Zivilisation«

Sektion VII: Naturbeherrschung; Leitung: Hermann Heidrich, Bad Windsheim
Daniel Drascek, München: Zeitkultur. Zur Rhythmisierung des Alltags zwischen zyklischerund linearer Zeitordnung
Oliva Wiebel-Fanderl, Passau: »Herz tot, Patient wohlauf«. Ein Beitrag zurmetaphorischen Repräsentation von Transplantationserlebnissen
Helga Stachow, Hamburg: Jahresringe. Zu generationsspezifischen Mustern der Naturerfahrung
Adelheid Schrutka-Rechtenstamm, Rheinbach: »Die Natur als Vorbild«. Zum Umgang mitverbrauchten Dingen

Sektion VIII: Historische Diskurse; Leitung: Ruth-E. Mohrmann, Münster
Signe Mellemgaard, Kopenhagen: Natur and culture. Some trends in Danish humanisticresearch into relationship man nature
Gudrun Schwibbe, Göttingen: »...so liegt die schönste Landschaft vor den Augenausgebreitet...« Zur kulturellen Konstruktion von Stadt und Natur in historischenWahrnehmungen
Harm-Peer Zimmermann, Freiburg: Vom Zauber der Natur. Zur Begründung einer kulturellenSehnsucht wider alle Erfahrung
Cornelia Brink, Freiburg: Scheintod. Zum Verhältnis von medizinischen und populäremDiskurs im 18. und 19. Jahrhundert

Workshop: Virtuelles und Visuelles; Leitung: Matthias Henkel, Nürnberg
Beatrice Tobler, Basel: Die DNA im Puppenhaus. »Creatures« Virtuelles Leben aus demSpiel-Computer
Birgit Huber, Freiburg: Inselwelt und Genlabor Naturbilder in Computerspielen
Fritz Franz Vogel, Wädenswil/Schweiz: Buchstäblich gegliedert Menschenalphabete undMnemotechnik im typographischen Stellungsspiel
14.00 Plenum; Diskussionsleitung: Silke Göttsch, Kiel
Helge Gerndt, München: Naturmythen. Traditionales Naturverständnis und modernesUmweltbewußtsein
Gabriela Kiliánova, Bratislava: Der Tod als consitio humana: Kultur und Natur
Henry Glassie, Bloomington: Disfiguring Nature, Configuring Culture
Albrecht Lehmann, Hamburg: Landschaftsbewußtsein. Zur gegenwärtigen Wahrnehmungnatürlicher Ensembles
18.15 Schlußvortrag: Dieter Kramer, Frankfurt/M.: Symbolwelten und Naturstoffwechsel.

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