Mitglieder

Uta Rosenfeld M.A.


Kontakt

Uta Rosenfeld
Institut für Volkskunde/Kulturanthropologie
Edmund-Siemers-Allee 1 (West), Raum 202m
20146 Hamburg Tel.: 040/41355156 email: mail@uta-rosenfeld.net


Wissenschaftlicher Lebenslauf

1994?2001 Studium der Fächer Volkskunde und Sozial- und Wirtschaftgeschichte an der Universität Hamburg. Abschluss des Studiums mit einer Magisterarbeit zum Thema: "Autofahren. Volkskundliche Blicke auf ein Alltagsphänomen par excellence"

1996-1998 studentische Mitarbeiterin im DFG-Projekt ?Lebensstichwort Wald - Gegenwartsbezogene und historische Untersuchungen zur kulturellen Bedeutung von Wald? unter der Leitung von Prof. Dr. Albrecht Lehmann. (http://www.kultur.uni-hamburg.de/volkskunde/Projekte/Wald/dfgproj.html)

Seit 2003 Arbeit an einer Promotion zum Thema "AlltagsRaum Auto. Innensichten individueller Mobilität"

Seit 2003 Associate und seit 2007 Mitglied im "Forschungskolleg Kulturwissenschaftliche Technikforschung" unter der Leitung von Prof. Dr. Thomas Hengartner. (http://www.kultur.uni-hamburg.de/technikforschung/)


Interessen- und Kompetenzschwerpunkte

Klangforschung (u.a. Populäre Musik)
Nutzung und Verwertung von Medienarchivalien
Raum- und Mobilitätsforschung


Forschungsprojekte

Leitung des Teilprojekts "Klangwelt der Technik"

Nähere Informationen unter http://www.kultur.uni-hamburg.de/klangwelt


"AlltagsRaum Auto. Innensichten individueller Mobilität" (Dissertationsvorhaben)

Seine Privatheit uns seine gleichzeitige, 'auffällige Omnipräsenz' kennzeichnen die Alltäglichkeit des technischen 'Gebrauchsgegenstands' Automobil. Jederzeit verfügbar, bietet der Privatwagen Autonomie wie kaum ein anderer Ort. Aus der »Innenperspektive« zeigt sich das Auto zunächst als ein »mobiler Raum« mit und für spezifische Verhaltens- und Wahrnehmungsweisen (vom Fahr"feeling" über die Umweltwahrnehmung aus der Autofahrerperspektive bis hin zum Auto als individuellem Rückzugs- oder Freiraum). Darüber hinaus wird das Auto als »Raum des &U;bergangs« beispielsweise zwischen Sphären wie Öffentlichkeit und Privatheit, Freizeit und Arbeit oder genereller zwischen unterschiedlichen Lebens- und Erlebnisbereichen erfahren. Nicht zuletzt kommt dem Automobil eine zentrale Bedeutung für die Aushandlung und Ausgestaltung von Aktionsräumen oder räumlichen Horizonten des Lokalen zu.

Welche Rolle dieser »Privatraum Auto« im Alltag der Menschen spielt, wie sich die Fahrzeit (durchschnittlich 1 Stunde pro Tag) gestaltet, wie Außen-Raum und Zeit autonom und -mobil von innen heraus erlebt werden und für welche Kommunikationsformen das Auto Raum bietet, sind zentrale Fragen des Forschungsprojekts. Im Gegensatz zur Anfangszeit des Automobils, aus der es  zahlreiche Beschreibungen der Spezifik automobiler Fortbewegung gibt, wird diese mit zunehmender Veralltäglichung weder in der (Fach)Literatur, noch im öffentlichen Diskurs über das Auto kaum mehr thematisiert. Betont wird vielmehr entweder der rein praktische Gebrauchswert des technischen Artefakts Auto  (Wegüberbrückung von A-B), d.h. seine tägliche Nutzung. Im gesellschaftlichen Diskurs hingegen wird die symbolische Bedeutung des Autos auffallend stereotyp verhandelt: es wird auf seine Bedeutung als »Vehikel« für Status, Macht und Freiheit reduziert.

In Anbetracht der offenkundigen Einschränkungen der praktischen wie der symbolischen Werte durch die anhaltende Massenmotorisierung, scheint die ungebremste Beliebtheit des Autos kaum noch verständlich. Was sind es also für individuelle Bedeutungen im Autoalltag, die den Reiz an der Automobilität ausmachen, selbst wenn diese zunehmend von außen beschränkt wird? Diesen öffentlich-stereotyp verhandelten Bedeutungen des Autos steht ein auffallend breit gefächertes Spektrum von Aussagen gegenüber, in denen ganz alltägliche und unspektakuläre Erlebens- und Erfahrungsmomente im Autoraum hervorgehoben werden.

Dieser Bedeutungsvielfalt wird auf der Grundlage unterschiedlichster Quellen, wie Medien- und Presseerzeugnissen, Leserbriefen und Schreibaufrufen, empirischen Verfahren wie themenzentrierten Interviews sowie der Analyse eines umfangreichen Korpus von Liedern und Songs nachgegangen. Damit wird sichergestellt, dass bei einem derart symbolisch und ideologisch aufgeladenen Thema wie dem Auto nicht einfach die diskursiv vermittelten Einstellungen zum Autoverkehr, sondern auch die alltäglichen und individuellen Bedeutungen des Autofahren erfasst werden. Gerade in der populären Musik etwa kommt eine überraschende Fülle an Aspekten zum Fahr-Erleben zur »Sprache«, zumal sich Lieder- und Songtexten v.a. assoziativer Verweise auf Erlebnis- und Erfahrungsmomente bedienen.

Im Vordergrund steht also die Frage, nach der Verschränkung von diskursiven und subjektiven Bedeutungen, nach der Wirkmächtigkeit diskursiver Muster im Alltag und danach, wie die Verengung der gesellschaftlichen Sichtweise auf das Auto möglicherweise gerade den nötigen Freiraum für ein reichhaltiges alltägliches Bedeutungsspektrum schafft.


Publikationen


Vorträge


Weitere Aktivitäten

Nach oben

http://www.kultur.uni-hamburg.de/technikforschung/mitarbeiter/rosenfeld.html