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Katrin Petersen M.A.


Kontakt

Katrin Petersen
Museum für Kommunikation Frankfurt
Schaumainkai 53
D-60596 Frankfurt am Main


Tel.: 06104/49 77 240 email: k.petersen@mspt.de


Wissenschaftlicher Lebenslauf

1998 - 2006 Studium der Fächer Volkskunde, Sozial- und Wirtschaftgeschichte sowie BWL/Öffentliche Wirtschaft an den Universitäten Hamburg und Wien

2004 - 2006 studentische Mitarbeiterin im Forschungskolleg Kulturwissenschaftliche Technikforschung

2006 Abschluss des Studiums mit einer Magisterarbeit zum Thema „Zwischen Mangel und Prosperität. Erinnerungserzählungen zu Nahrungsversorgung und Ernährung im ländlichen Raum in der Nachkriegszeit.“

05/2006-11/2008 Wissenschaftliche Mitarbeiterin im Forschungskolleg Kulturwissenschaftliche Technikforschung

seit 01/2009 Wissenschaftliche Volontärin im Museum für Kommunikation Frankfurt


Interessen- und Kompetenzschwerpunkte



Forschungsprojekte

Fahrradfahren als »Körpertechnik«.
Technisierung und »Technizität« des Körpers im Radsport. (Arbeitstitel)

Mit dem Sieg Jan Ullrichs bei der Tour de France im Jahr 1997 brach in Deutschland eine Welle der Begeisterung für den Radrennsport aus. Ab 2002  rückte dagegen vielmehr das Thema Doping in die mediale Aufmerksamkeit. Die Doping-Debatte war und ist dabei vor allem moralisch-ethisch geprägt. Einerseits geht es bei Bekämpfung der so genannten »Leistungsmanipulation« um Chancengleichheit und Fairness, andererseits um die Grenzen einer »Technologisierung« des »natürlichen« Körpers und dessen Leistungskraft.
Fahrradfahren erfordert die Habitualisierung komplexer Bewegungsabläufe, hinter denen kontextspezifische Vorstellungen des Umgangs mit Artefakt und Körper stehen. Ob Radsport oder Straßenverkehr, je nach Situation ist eine bestimmte Handhabung des Geräts erwünscht, bzw. sind spezifische (sensomotorische) Fähigkeiten gefordert. Folgt man Bruno Latour, so verändern sich in dieser Interaktion von Mensch und Artefakt sowohl die Akteure als auch die Dinge. Es entsteht etwas Neues, ein Hybridwesen: der/die Fahrradfaher/in.
Die Frage nach der körperlichen Dimension des Umgangs mit Technik ist dabei bisher nur wenig beleuchtet worden, obwohl gerade eine praxeologische Herangehensweise auf die grundlegende Bedeutung eines körperlich verfassten »praktischen Wissens« im Rahmen der Selbstverständlichkeit des »Doing Culture« verweist (Hörning, 2004). »Sachtechnik« und »Körpertechnik« gehen also miteinander einher (Hirschauer, 2004, S. 79).

Gerade im Hinblick auf die Gewöhnung an und das »Gewohnt-Sein« von Technik (Hengartner, 2005, 52ff) rückt die Einübung und Habitualisierung spezifischer Körpertechniken in den Blick. Nicht zuletzt lassen sich auch gerade im Sport Körperbilder und Wissenshorizonte nachvollziehen, die in höchstem Maße technisch geprägt sind. Vier Fragekomplexe stehen im Mittelpunkt des Forschungsvorhabens:

  1. Verhandlungen und Ausgestaltungen der Artefakte
  2. Verhandlungen und Zurichtungen der Körper
  3. Performanzen und Praxen
  4. subjektive Erfahrungs-, Wissens- und Deutungshorizonte (insbes. subjektives Körper- und Bewegungswissen)

Im Fokus der Untersuchung stehen in erster Linie Sportvereine und deren Akteure (SportlerInnen, TrainerInnen, Funktionäre). Außerdem sollen weitere Institutionen des Radrennsports einbezogen werden. Weiterhin sollen im Rahmen einer Diskursanalyse u.a. Ratgeber, Medienberichte wie auch Marketinginstrumente des Radsports untersucht werden.
Nicht zuletzt soll mit diesem Promotionsvorhaben ein methodisches Experimentierfeld mit dem Ziel einer »Entgrenzung der Methoden« (Schönberger 2005) betreten werden. Dies gilt sowohl im Hinblick auf evozierende Fragetechniken und eine Ethnographie der Sinne (Bendix 2006) als auch für die Auslotung von Grenzen und Möglichkeiten der Beobachtung. Schließlich soll das Konzept der teilnehmenden Beobachtung hin zu einer beobachtenden Teilnahme weiter entwickelt werden (Honer 1989, S. 300).

Literatur:

Bendix, Regina: Was über das Auge hinausgeht: Zur Rolle der Sinne in der ethnographischen Forschung. In: Schweizerisches Archiv für Volkskunde 102 (2006), S. 71-84.
Hengartner, Thomas: Zur »Kultürlichkeit« von Technik. Ansätze kulturwissenschaftlicher Technikforschung. In: Schweizerische Akademie der Geistes- und Sozialwissenschaften (Hg.): Technikforschung. Zwischen Reflexion und Dokumentation. Referate der Herbsttagung im November 2003 in Bern. 2005, S. 39-57.
Hirschauer, Stefan: Praktiken und ihre Körper. Über materielle Partizipanden des Tuns. In: Hörning, Karl H./Reuter, Julia (Hg.): Doing Culture. Neue Positionen zum Verhältnis von Kultur und sozialer Praxis. Bielefeld 2004 S. 73-91.
Hörning, Karl H.: Soziale Praxis zwischen Beharrung und Neuschöpfung. Ein Erkenntnis- und Theorieproblem. In: Ders./Reuter, Julia (Hg.): Doing Culture. Neue Positionen zum Verhältnis von Kultur und sozialer Praxis. Bielefeld 2004, S. 19-39.
Latour, Bruno: Über technische Vermittlung. Philosophie, Soziologie, Genealogie. In: Rammert, Werner (Hg.): Technik und Sozialtheorie. Frankfurt a.M./New York 1998, S. 29-81.
Mauss, Marcel: Die Techniken des Körpers. In: Ders.: Soziologie und Anthropologie Bd. 2. Frankfurt a. M. 1989, S. 197-220.
Schönberger, Klaus: Von der »Entgrenzung der Arbeit« zur Entgrenzung der Methoden ihrer Erforschung. Forschungsdesign und Erhebungstechniken. In: Andreas Boes/Sabine Pfeiffer (Hg.): Informationsarbeit neu verstehen. Methoden zur Erfassung informatisierter Arbeit. München 2005, S. 18-44.


Publikationen

Die elektrische Telegrafenlinie zwischen Berlin und Frankfurt am Main. In: Das Archiv, Heft 3/2009, S. 78-82.

Technischer Alltag. Ein kulturwissenschaftlicher "Blick" auf das Mobiltelefon. In: WissenHeute, Heft 09/2008, S. 29-32.

Beobachten. Überlegungen zur Systematisierung einer "alltäglichen Kompetenz". In: VOKUS. Volkskundlich-kulturwissenschaftliche Schriften 17 (2007/1), S. 61-79.




Vorträge



Weitere Aktivitäten


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