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Jutta Buchner-Fuhs


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Jutta Buchner-Fuhs
Institut für Volkskunde/Kulturanthropologie
Bogenallee 11
D-20144 Hamburg email: jutta.buchner-fuhs@gmx.de


Wissenschaftlicher Lebenslauf

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Interessen- und Kompetenzschwerpunkte

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Forschungsprojekte

Technik und Geschlecht in ländlichen Lebensverhältnissen. Zur Dinggeschichte der fünfziger und sechziger Jahre in Erinnerungserzählungen (Habilitationsschrift)

Ziel der Studie ist es, auf der Basis von Erinnerungserzählungen einen Beitrag zur Erfahrungsgeschichte von Technik auf dem Land zu leisten. Im Fokus der Betrachtung steht die Frage nach der Gewöhnung an technische Artefakte, die heutzutage zum selbstverständlichen und unverzichtbaren Bestandteil des Alltags geworden sind, die aber in den fünfziger und sechziger Jahren erstmalig in die bäuerlich-ländliche Lebenswelt Einzug hielten. In den ersten Nachkriegsjahrzehnten vollzog sich ein entscheidender gesellschaftlicher Wandel, der heute kaum mehr vorstellbar, aber noch gut erinnerbar ist. Es lässt sich von einem alltagstechnischen Modernisierungsschub auf dem Land sprechen, der das Leben nachhaltig veränderte.

Die biographische Perspektive ist für die Arbeit grundlegend. Technik wird nicht als »Männerkultur« (Wajcman 1994) verstanden, sondern in ihren vielfältigen Verästelungen eines geschlechtlich geprägten und differenzierten Alltags untersucht. Die ethnographischen Beschreibungen, die zum Beispiel das Schlepper Ð und Autofahren zum Gegenstand haben, richten ihr Augenmerk darauf, wie im Austausch und in der Begegnung von Frauen und Männern Kompetenzen erprobt und Grenzen erweitert werden konnten. Gezeigt wird, wie der technisierte Alltag neue Spielräume und Handlungsalternativen eröffnete und Geschlechterverhältnisse neu zu ordnen waren.

Ausgewählte Themen der Arbeit sind: »Der Alltag wird leichter«, »Erfahrungen mit der Qualität von Technik im Alltag«, »Technikkompetenzen in Erinnerungserzählungen« sowie »Bedrohliches und Verlusterfahrungen«. Thematisiert werden unter anderem die Revision gewohnter Einstellungen zur Arbeit, die erinnerten Qualitäten der Dinge, der Fehlkauf, Unfälle und der Zusammenhang von Spinnstube und Fernsehen.

Befragt wurden 50 Personen, 25 Frauen und 25 Männer. Grundlage bilden narrativ angelegte Forschungsgespräche, die durch die kulturwissenschaftliche Methode der Fotobefragung ergänzt wurden. Ein Forschungsalbum, das fotografierte technische Dinge eines vergangenen Alltags enthält, wurde erstellt und zur visuellen Befragung der Erzähler und Erzählerinnen eingesetzt.

In den fünfziger und sechziger Jahren wurden die technischen Neuerungen als Fortschritt begrüßt; Spuren dieser Fortschrittsgeschichte, die heutzutage in vielen Punkten brüchig geworden ist, finden sich zum Beispiel in den Geräten, in den Dingen der Zeit des wirtschaftlichen Aufschwungs nach dem Krieg sowie in den subjektiven Erinnerungen von Frauen und Männern, die seinerzeit als junge Erwachsene die technischen Innovationen in ihrem Alltag bewusst erlebten. Mit diesen Spuren der Technik- und Geschlechtergeschichte beschäftigt sich die Studie. Eine volkskundlich-kulturwissenschaftliche Arbeit, die empirisch die sowohl die Handlungs- als auch die Bedeutungsdimension alltäglicher technischer Artefakte in bäuerlichen Lebensverhältnissen untersucht, steht bislang noch aus.


Publikationen


Vorträge

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Weitere Aktivitäten

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http://www.kultur.uni-hamburg.de/technikforschung/mitarbeiter/fuhs.html