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Konsum(kontroll)technologien
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Kultur
- Technik - Überwachung Tagung
am Institut für Volkskunde/Kulturanthropologie der Universität Hamburg,
am 9. und 10. Oktober 2009 Kosten der Tagung: 20 Euro /10 ermäßigt) (call for papers in pdf-Format)
Überwachung ist längst nicht mehr allein staatlich verantwortet und organisiert, noch sind wir ohnmächtig einem gesichtslosen Überwachungsstaat ausgeliefert. Überwachung und Kontrolle manifestiert sich in Praktiken, wie sich auch unser Alltag in Praktiken niederschlägt - beim Einkaufen, im Umgang mit Behörden, in gesellschaftlichem Engagement, im Beruf usw. - nicht der Staat allein überwacht und kontrolliert den Bürger, sondern auch die Unternehmen den Konsumenten. Vieles in unserem Alltag wird dabei von Technik bestimmt. Das gilt auch für solch kulturelle Praktiken, wie das Einkaufen oder die zwischenmenschliche Kommunikation. Beide basieren auf immer mehr Technik und Technologien. Es sind unsere eigenen Praktiken des Alltages, bei denen wir beobachtet werden und über die wir es erlauben, dass andere Einblicke in unser Leben und Alltag bekommen. Nicht Terrorismusbekämpfung oder Vandalismus stehen im Vordergrund, sondern Marketing, unsere Daten und Profile - wir als BürgerKonsumenten. Daher liegt es nicht fern zu fragen, inwieweit viele dieser Techniken und Anwendungen, der Programme und kleinen praktischen Hilfsmittel auch dazu dienen können unser Verhalten zu kontrollieren - und wie wir mit ihnen und ihrem Kontrollpotential umgehen. Denn ganz praktisch gesehen, ist Überwachung ein ganz normaler Teil des täglichen Lebens geworden. Unternehmerische
Kontrolle - die Steuerung zu Marketing- und Überprüfungszwecken - als
auch die klassische Überwachung durch den Staat sind Teil einer
surveillant assemblage, die unser Alltagsleben und die kulturellen Praxen des
Alltags durchdringen. Überwachung und Kontrolle ist mehr als Technik, die
beobachtet, mehr als Verfahren, über die kontrolliert wird - sondern eben
auch Teil von kulturellen Praxen, in die die Techniken, Verfahren und Diskurse
eingebettet sind und über die wir selbst mit den Überwachungspraxen
umgehen, sie verweigern oder stützen, ganz gleich ob bewusst oder aus Gleichgültigkeit
oder Fahrlässigkeit. Die
Tagung hat das Ziel den Zusammenhängen und Verstrickungen von alltäglicher
Praxis, den Überwachungspraxen und Techniken/Technologien auf die Spur zu
kommen, die unser Leben prägen, es bestimmen, es beeinflussen oder in mancherlei
Hinsicht auch leichter und angenehmer machen. Außerdem stellt sich die Frage
inwiefern durch alltägliche Umdeutungen und Aneignungen, Eigensinn, Praktiken
der Verweigerung oder gar Widerständigkeit gegenüber Technik beziehungsweise
Kontrolle und Überwachung in den Alltagspraxen gibt oder entsteht.. Wir
laden dazu ein mit theoretischen und/oder empirischen Vorträgen zu dieser
Diskussion auf der Tagung beizutragen. Wir hoffen auf eine breite, über disziplinäre
Grenzen reichende Diskussion und sehen die Tagung nicht beschränkt auf kulturanthropologische
Ansätze, sondern freuen uns besonders über Beiträge aus der Soziologie,
Kriminologie, Politikwissenschaft, Rechtswissenschaft, Geographie, der Technikforschung,
Medizin und anderen Bereichen. Die
folgenden Themen sind als Vorschläge gedacht und sind keine ausschließliche
Liste von Punkten für die Tagung. Als ein Themenschwerpunkt wird dem Bereich
Konsum und Kontrolle besondere Beachtung geschenkt, alle anderen Themen
sind aber ebenso willkommen.
Abstracts
von ca. 500-750 Worten können bis zum 15. Juni 2009 eingereicht werden. Mail: abstracts (at )surveillance-studies.org | |||
| (c) Dr. Nils Zurawski - Kulturwissenschaftliches Technikkolleg, IfVG, Uni Hamburg | |||